I ward narrisch…
Dies war eines der ersten Worte, die ich am Telefon vernahm. Lange Geschichte kurz erzählt: Ein Herr aus Bayern sucht seine Vorfahren und findet deren …. (die von ihm genannten Schimpfwörter lasse ich hier weg) Herkunftsort einfach nicht.
Lösung: Der Amerikaner hat gleich zwei Dinge nicht beachtet. Er hat nur in der Nähe von Frankfurt am Main gesucht, aber nicht in der Umgebung von Frankfurt an der Oder. Die Schreibweise, die er in seinen Unterlagen fand, stimmt nicht. Der Ort hieß früher Trembatschau, heute Trębaczów und liegt in Polen.
Ortsnamen haben sich über die Jahrhundert manchmal aufgrund der Verschiebung von Ländergrenzen nach verlorenen Kriegen verändert, weil sie dann in einem neuen Herrschergebiet und dadurch manchmal auch anderem Sprachgebiet lagen.
Oftmals „existieren“ Orte aber auch einfach nicht mehr, zum Beispiel weil diese eingemeindet wurden bzw. wie es im „Behörden-Deutsch“ heißt, es fand eine „kommunale Neugliederung“ statt. In den 1950er und 1970er Jahren fanden in Deutschland gleich mehrere dieser Reformen statt. Als Beispiel der Ort Villingen in Baden-Württemberg. Er wurde bei einer solchen Reform mit dem Ort Schwenningen zu Villingen-Schwenningen zusammengelegt. Soweit so gut. Aber man darf hier nicht vergessen, dass die Orte bzw. Gemeinden Herzogenweiler, Marbach, Mühlhausen, Obereschach, Pfaffenweiler, Rietheim, Tannheim, Weigheim und Weilersbach ebenfalls eingemeindet wurden und heute auch zu Villingen-Schwenningen gehören.
Also nicht gleich verzagen und narrisch werden wenn sich der gesuchte Ort nicht auf Anhieb finden lässt. Es heißt im deutschen ja schließlich auch Ahnenforschung.
Allen Lesern wünsche ich eine schöne Forschungswoche und weiterhin viel Spaß und Erfolg.

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