Was man nicht so alles findet…

Da bin ich auf der Suche nach einer Geburt in England in den jetzt auf ancestry.com zugänglichen Taufeinträgen von England und Schottland, da steht Schatzi hinter mir, der mich zum Essen ausführen will und plötzlich zeigt er ganz wild auf einen Eintrag:

Ob ich die denn nicht kennen würde? Nein, kenne ich nicht. Wer soll das sein?

„Oh Mann, das ist doch der Name des vierten Opfers von Jack the Ripper.“ Ich glaube, ich hatte an anderer Stelle bereits erwähnt, dass er das „Füllhorn des nutzlosen Wissens“ ist.

Wenig später beim Griechen, wir sind dann tatsächlich noch zum Essen gegangen, war Schatzi gar nicht mehr zu bremsen: Wie cool es sei, diesen Eintrag gefunden zu haben, da bis vor kurzem der Vorname dieser Frau nicht ganz klar war. Bisher dachte man wohl, sie hätte Catharina geheißen. Obwohl es wie immer sehr lecker war, wurde Schatzis Essen kalt und mir verging der Appetit bei dem Thema.

Wenn Schatzi mal etwas anpackt, dann aber gleich ganz oder gar nicht. Kaum wieder zu Hause, schnell im Internet ein Buch über den Ripper gekauft. Seitdem ist er ein Ripperologe, also ein Hobby Forscher in Sachen Jack der Aufschlitzer.

In dem Buch „Jack the Ripper – Anatomie einer Legende“ sind alle Opfer (zugerechnet werden 5) und die möglichen Täter genannt. Während ich am Samstag im Büro die notwendige Ablage gemacht habe, hat sich Schatzi Spürnase weiter auf die Suche nach neuen Erkenntnissen gemacht …

So fand er unter anderem die Passagierliste mit der Überfahrt des Verdächtigen Francis Tumblety. Auch in anderen Listen finden konnte er ihn finden und damit auch endlich die Frage klären, ob er eigentlich aus Irland oder Kanada stammt.

(Er stammt übrigens aus Irland…)

In den USA wurde er bereits wegen Totschlags gesucht und flüchtete nach London. Im East End verdiente er sich sein Geld als Wunderheiler bzw. Verkäufer von allerlei Heilmitteln. Aber war Tumblety wirklich der grausame Frauenmörder? Das hat Schatzi noch nicht heraus gefunden.

Aber es ist schon erstaunlich was er in so kurzer Zeit noch alles gefunden hat:

Den Geburtseintrag vom wahrscheinlich ersten Opfer Mary Ann „Polly“ Walker, später verheiratete Nichols:

Weil Schatzi nun gar keine Ruhe mehr ließ, habe auch ich mal angefangen ein wenig im Buch zu blättern. Es ist schon erstaunlich wer so alles als Täter genannt wird. Insgesamt gab es wohl über 150 Verdächtige darunter unter anderem auch so merkwürdige Verdächtige wie der Elefantenmensch Joseph Merrick….

Naja, falls mein Schatz den Fall tatsächlich lösen sollte, wird er mit Sicherheit selbst ein Buch schreiben. Hiermit verspreche ich jedem Blog – Leser ein signiertes Exemplar des Buches wenn es denn soweit ist.

Falls Sie sich auch an der Tätersuche beteiligen möchten, finden sich im Internet unter anderem diese Seiten zum Thema:

http://www.jacktheripper.de oder http://www.casebook.org/intro.html (in Englisch)

Das wirklich gut geschriebene Buch, „Jack the Ripper – Anatomie einer Legende“ von Hendrik Püstow und Thomas Schachner, ist für knapp 20 Euro im Militzke Verlag erschienen.

Wer sich einfach nur berieseln lassen möchte, der kann sich am 26. September 2008 um 22:30 Uhr auf Pro7 die Sendung „Galileo Mystery: War Jack the Ripper ein Deutscher“ ansehen.

Allerdings wage ich zu bezweifeln, dass der Täter nach nunmehr 120 Jahren gefunden wird. Sollte Schatzi doch noch der große Durchbruch auf diesem Gebiet gelingen, werden Sie die Ersten sein, die es hier erfahren.

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