Archiv des Monats Februar 2014

Sterbeurkunde Opa

am 24. Februar 2014 unter Historische Dokumente, Tipps und Tricks, Wissen abgelegt

Tja, manchmal muss man einfach um die Ecke denken.

Da sucht der Enkel die Sterbeurkunde von Opa Cohn, der in Hamburg gewohnt hat und gestorben ist / sein soll. Die Familie ist verkracht und keiner erzählt irgendetwas.

Das einzige was bekannt ist, ist der Geburtsort Hamburg und der Name (vermutlich). Aber es ist kein Opa Cohn in Hamburg verstorben, der Kunde hat vergeblich gesucht!

Tja, da muss dann mal der Profi ’nen kleinen Tipp geben…

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„Leck mich fett“

am 21. Februar 2014 unter Internet, Literatur, Tipps und Tricks abgelegt

Nee, das hat nichts mit Leck mich am A…. zu tun, das ist ein Ausruf des Erstaunens.

Von Zeit zu Zeit sehe ich mich ja auf dem Büchermarkt um, ich schaue mal was es neues zum Thema Familienforschung gibt.

Was lese ich da auf einem Klappentext:

„Auf der Grundlage von Symbolischem Interaktionismus, Phänomenologie und Strukturaler Hermeneutik wird die Praxis fallrekonstruktiver Familienforschung an einem konkreten Fallbeispiel entwickelt.“

Ähh bitte was? Herr Hildenbrand, da bekommt man ja soooo richtig Lust mit der Familienforschung zu beginnen

🙂

OK, es geht wohl eher um sozialwissenschaftliche Erkenntnisse, aber nee dann doch lieber die leicht „angestaubte“ Anleitung online.

Ihnen ein schönes Wochenende,

Ihre Andrea Bentschneider

Hilfe bei der Forschung

am 18. Februar 2014 unter Auswanderung, Historische Dokumente, Internet, Prominente abgelegt

Normalerweise stelle ich hier ja keine Hilfegesuche als Beitrag rein, aber ich habe eine Mail von den britischen Inseln erhalten die finde ich einfach so klasse….

Also da Heiratet 1938 ein deutscher Löwenbändiger namens Kaden in Schottland eine poetische Schriftstellerin.

Hier die Heiratsurkunde…

Soll vorkommen, sagen Sie jetzt wahrscheinlich, aber die Ehefrau Vera Husing, geborene Lüdtke war die Tochter eines deutschen Landbesitzers. Tja und? OK, beide, er 35 Jahre alt und sie gerade mal 25 Jahre alt waren bereits geschieden.

OK Und?

Naja, einen Monat vor der Heirat überlebte die Ehefrau eines der größten Eisenbahnunglücke Schottlands ohnen einen Kratzer! Bei diesem Unglück starben 35 Personen und knapp 180 wurden zum Teil schwer verletzt.

DAS war dann auch den Zeitungen eine Meldung wert:

Aha und nun?

Naja, die BBC und in Schottland versucht man nun herauszufinden, was aus den beiden geworden ist und bittet um Mithilfe.

Also wenn Sie etwas darüber wissen, seien Sie so gut und schreiben eine E-Mail an :

press@scotlandspeople.gov.uk

Ihre Andrea Bentschneider

PS: Der Herr Kaden soll wohl ein Start zu seiner Zeit gewesen sein, aber außer ein paar „naja, das könnte er sein“ Bildern habe ich im Internet nichts großartiges gefunden.

800 oder 801 Jahre Bielefeld

am 12. Februar 2014 unter Archive, Vereine, Museen, Historische Dokumente, Internet, Veranstaltungen abgelegt

Tja, da streiten sich zur Zeit die Gelehrten…

Bis dato ging man davon aus, das Bielefeld 1214 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde.

Hurra! Dann ist 2014 ja eine GROSSE Feier möglich…. 800 Jahre Bielefeld!!!

Aber Moment mal…. 1921 feierte man die 700 Jahr Feier?? Dann wäre die 800 Jahr feier doch erst 2021!?!?!?

Suche im Archiv und Du findest die Antwort: Im Buch „Geschichte der Stadt Bielefeld und der Grafschaft Ravensberg” behauptet Wilhelm Fricke 1887 Bielefelds Ersterwähnung als Stadt datiert von 1213…

Hä? Also 801 Jahr Feier in diesem Jahr?

Das kann ich noch toppen, denn Bereits Mitte des 9. Jahrhunderts (um 856 bis 866) erscheint der Name in den Corveyer Traditionen als „Bylanuelde” („u” als „v” zu lesen), als ein Bernward eine dort gelegene landwirtschaftliche Fläche mit angrenzendem Wald dem Kloster Corvey übertrug.

OK? Dann also so eine 1158 Jahr Feier???

Ja was denn nun Bielefeld???

Die Ersterwähnung als Stadt wird aus der Nennung eines Mannes und Amtsträgers 1214 abgeleitet, der mit anderen einen Vertrag zwischen Graf Hermann von Ravensberg und dem Kloster Marienfeld bezeugte. Dieses war ein Ratbertus, „iudice in bileuelde”, also der Richter Ratbert zu Bielefeld. Die inzwischen akzeptierte – und für das zu feiernde Stadtjubiläum elementare – Argumentationskette, dass ein Stadtrichter ein eigenes Stadtgericht und dieses wiederum einen selbständigen Stadtrechtsbezirk voraussetzt, gewinnt durch die Erwähnung des Dinggrafs Hermann in eben jenem Vertrag zusäzliche Plausibilität, denn ein Dinggraf wiederum war für den ländlichen Rechtsraum zuständig, so dass zwei von einander getrennte Gerichtsbezirke existierten. Als die Stadt Bielefeld 1921 ihr 700. Jubiläum aufgrund der Erwähnung von „Bürgern” (cives) 1221 feierte, war der Vertrag von 1214 zwar bekannt, jedoch die dargelegte Ableitung noch nicht entwickelt worden. 1233 endlich wurden schließlich auch die „Stadt” (oppidum) und deren Gründung (fundatio) ausdrücklich genannt, jedoch ist eine Gründungsurkunde nicht überliefert.

AHA, Dann jetzt festgelegt: 800 Jahre Bielefeld im Jahr 2014!

Obwohl, laut der Bielefeld-Verschwörung gibt es Bielefeld ja gar nicht!

Ihre Andrea Bentschneider

Sachen gibt’s…

am 11. Februar 2014 unter Allgemein, Historische Dokumente, Wissen abgelegt

Ich erinnere mich noch an unseren Erdkundeunterricht damals vor gefühlten 150 Jahren. Es ging um die Kontinente.

Wir mussten die ausschneiden… Mir fiel irgendwie auf, dass Afrika ja super an Südamerika passte.

Logisch, erkennt ja jeder, denken Sie.

Aber die Theorie, dass alle Kontinente mal EIN Kontinent waren, wurde erstmals 1908 durch Frank. B. Taylor in einer Fachzeitschrift veröffentlicht. OK, es schrieb natürlich eher wissenschaftlicher, also von Kontinentaldrift und dem mittelatlantische Rücken….

Wie komme ich auf dies Thema?

Ich erforsche gerade für eine Kundin Ihre Vorfahren und dieser nahm an einer Expedition teil, welche Grönland erforschte. Das fand 1912- 1913 statt. Und auf dieser Expedition war auch Alfred Wegener dabei.

Und genau diesen Alfred Wegener erwähnte unser Erdkundelehrer als „Entdecker“ der Kontinentaldrift-Theorie.

Ich höre heute noch den Ausdruck „Wegenersche Plattentektonik“… Naja, Wegener starb 1929 bei einer erneuten Expedition in die Kälte.

Heute kennt „jeder“ diese Theorie und sie ist auch anerkannt. Zu Lebzeiten galt Wegener als Spinner und seine Theorie geriet lange in Vergessenheit. Erst seit den 1970igern wird die Wegener Theorie anerkannt. Obwohl eigentlich müsste sie ja „Taylor-Wegener Theorie“ heißen…

Naja, soweit zu meinem Erdkundeunterricht…. Man sieht ja, es bleibt einiges hängen.

Andrea Bentschneider

Opa wie war das im Krieg?

am 07. Februar 2014 unter Historische Dokumente, Literatur abgelegt

Naja, da ich keine Oma geschweige denn ein Opa bin, kann ich auch nur auf Erzählungen zurückgreifen…

Ein wenig Licht ins Dunkel, bring dieses gerade frisch erschienene Werk.

Inhalt:

m Frühjahr 1945 wirkten sie als Statisten im letzten Kapitel des untergehenden Nazi-Reiches mit. Sie waren Teil einer «Kinderarmee», Hitlers letztem Aufgebot. In einem «Reichsausbildungslager» (RAL) der Hitlerjugend im südmährischen Bad Luhatschowitz waren die 16- und 17-jährigen in Schnelllehrgängen zu Soldaten geschliffen worden, zusammen mit über 1000 Gleichaltrigen. Anschließend kassierte die Waffen-SS die Kindersoldaten und verheizte sie in einem Krieg, der zu diesem Zeitpunkt längst verloren war. Im September 1944 ordnete die NS-Führung, ihr nahes Ende vor Augen, die «Erfassung aller zwischen 16 bis 66 Jahren» an. Erzogen treu im Glauben an Führer und Vaterland, folgten Tausende diesem Aufruf. In Wahrheit waren diese Kinder jedoch weder «wehrfähig», geschweige denn «Männer». Acht ihrer Geschichten werden hier erzählt.

rororo
01.02.2014
288 Seiten
ISBN 978-3-499-63025-5
Euro 9,99

Ihre Andrea Bentschneider

 

 

Hurra es ist Krieg!

am 05. Februar 2014 unter Historische Dokumente, Prominente, Wissen abgelegt

Heute klingt dies unglaublich, aber beim Ausbruch des 1. Weltkrieges war man begeistert.

Einige Schulklassen und Semester von der Uni meldeten sich komplett um in den Krieg zu ziehen. Heute völlig unverständlich!

Aber ich verplapper mich. Ich wollte eigentlich auf diesen Mann hinaus:

Emanuel Geibel! Kennen Sie nicht?

Mag sein, aber ein Zitat aus seinem1861 erschienenen Gedicht „Deutschlands Beruf“ werden Sie sicherlich kennen:

Und es mag am deutschen Wesen Einmal noch die Welt genesen“.

Das Gedicht ist von Geibel als Friedensgebet erdacht und beschwört das untergegangene Deutsche Reich als Ordnungsmacht in Europa.

Es wurde von den Nazis für ihre Zwecke eingesetzt und muss heute noch als ‚Beweis‘ für deutsche Großmannssucht herhalten. Zitiert werden meist nur die beiden letzten Zeilen.

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Nichts zu machen

am 04. Februar 2014 unter Allgemein abgelegt

Beim besten Willen nicht:

 

„Anbei der von Ihnen gewünschte Kirchenbucheintrag sowie die dazugehörige Kostenrechnung!“

Hä, heute schon der 1. April? Da bekomme ich wirklich obigen Auszug aus dem Kirchenbuch SO zugeschickt.

Leute in den Archiven: Bitte mitdenken! Ich habe mal spaßeshalber versucht mit Bild-Bearbeitungsprogrammen etwas zu machen, aber da geht NIX! Also Anruf im Archiv.

„Tja, wir hatten auch so unsere Schwierigkeiten etwas zu entziffern, aber glauben, dass es der von Ihnen gesuchte Eintrag ist.“

Wenn man es mit Humor nimmt, kann man ja sagen, OK, ist ein Kirchenarchiv und Kirchen haben es ja mit „Glauben“… Auf meine Rückfrage, ob es nicht irgendeine Möglichkeit gibt, eine bessere Kopie zu bekommen, sagte man mir (jetzt kommt es): „Selbstverständlich, dazu müssen wir in den Keller und von den Originalbüchern eine Kopie machen, das kostet aber Euro 5 mehr.“

Pfft: Warum denn nicht gleich so? Warum soll ich für eine Kopie bezahlen auf der ich nichts sehen kann und dafür zahlen? Einfach mal mitdenken. Ich schreibe ja auch keine Beiträge in weiß…

Ihre Andrea Bentschneider