Archiv des Monats Februar 2015

Denk‘ ich an…

am 27. Februar 2015 unter Archive, Vereine, Museen, Historische Dokumente, Internet abgelegt

… nein, es kommt nun nichts über Heine Heinrich „Nachtgedanken“. Kennen Sie doch noch oder?

Denk‘ ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
Ich kann nicht mehr die Augen schließen.
Und meine heißen Tränen fließen.

Spaß beiseite: Denk ich an Lemgo- denk ich an Handball!

Aber auch falsch, denn das Stadtarchiv im Lemgo hat nun im Zuge der Teilnahme am Pilotprojekt „Digitalisierung von archivalischen Quellen“ die ersten Digitalisate online gestellt. Diese umfassen laut Informationen insgesamt 22 Protokollbände der politischen Gremien der Alten Hansestadt Lemgo (Stadtverordnetenversammlung, Stadtrat und Magistrat zwischen 1900 und 1950)

Die Digitalisate finden Sie hier.

Vielleicht helfen Ihnen diese ja bei Ihrer Forschung.

Ein schönes Wochenende wünscht Ihnen,

Ihre Andrea Bentschneider

Biikebrennen in Nordfriesland

am 20. Februar 2015 unter Internet, Veranstaltungen abgelegt

Am Samstag ist es wieder so weit. Am 21. Februar ist in Nordfriesland in Schleswig-Holstein traditionell der Tag, an dem das Volksfest stattfindet. Der Abend des 21. Februar ist der Vorabend des Petritages. Beim Biikebrennen wird Holz verbrannt, heute werden meistens alte Weihnachtsbäume und Gestecke verbrannt. Fast jede Gemeinde und und manche Höfe haben ihre eigenen Biikefeuer. Und die Tradition variiert ein bisschen von Ort zu Ort und Insel zu Insel.

Der Name leitet sich von dem friesischen Wort „biike“ und dem hochdeutschen „Bake“ ab, was Feuerzeichen bedeutet. Aufgrund des Namens wird vermutet, das es ursprünglich als Feuermal oder Seezeichen diente. Der genaue Ursprung des Festes ist nicht überliefert, aber das Biikebrennen blickt auf eine lange Tradition zurück.

Schon in der vorchristlichen, germanischen Zeit sollte damit die Wintergeister und der rauhe Winter vertrieben und der Frühling begrüßt werden. Zum Teil wird noch heute eine Strohpuppe als Symbol für den Winter verbrannt. Die Strohpuppe wurde „Piader“ genannt, das Petermännchen. Hier wird allerdings nicht Petrus symbolisch verbrannt, sondern der Papst, als Symbol für den christlichen Glauben, der abgelehnt wurde.

In der frühen Neuzeit fand das Biikebrennen auf den nordfriesischen Inseln zu dem Zeitpunkt, wenn die Männer von ihren Familien verabschiedeten, um auf Walfang zu gehen. Um 1700 waren das etwa 3600 Männer aus Nordfriesland, vor allem von den Inseln Sylt und Föhr. Da ein Beschluss der Hansestädte 1403 festgelegt hatte, dass die Schifffahrt zwischen dem Martinstag (11. November) und dem Petritag (22. Februar) ruhen sollte, ist das Datum für den Aufbruch zur Walfang keine Überraschung – es war das Ende der Winterpause und der Beginn des Frühlings. Die Feuer an den Stränden dienten den Seefahrern und den Walfängern zur Navigation und war eine Art Abschiedssignal an die Seefahrer, denn sie kehrten erst im Spätherbst zurück – wenn sie nicht auf See verstarben. (Ob das Biikefeuer wirklich der Verabschiedung der Seeleute galt oder ob es eine Legende ist, ist in der Forschung allerdings umstritten.)

Seit dem 19. Jahrhundert geriet das Biikebrennen immer mehr in Vergessenheit und erlebte nach dem Zweiten Weltkrieg eine Renaissance. Im Dezember 2014 wurde das Biikebrennen in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen.

Zum Teil wird das Biikebrennen heute auch in anderen Teilen Schleswig-Holsteins praktiziert.

Und falls Sie am Samstagabend nicht in Nordfriesland unterwegs sein sollten, wir leben ja in einer modernen Welt, können Sie dem Ereignis trotzdem live per Webcam folgen. Wie zum Beispiel hier vom Utersumer Deich aus mit Blick nach Amrum und Sylt.

Kleiner Fehler – Große Wirkung!

am 10. Februar 2015 unter Tipps und Tricks abgelegt

DSC_0001 Na den Fehler entdeckt?

Der 20. Januar 2015 war ein Dienstag!!!

Tja, wann ist denn nun Parkverbot???

Ebenso wie hier bebildert, kann es in der Forschung schnell mal zu Tippfehlern oder Zahlendrehern kommen.

Also den Stammbaum nicht mal so zwischen „Tür und Angel“ herunter schreiben, nein auch hier ist Sorgfalt von Nöten. Aus Anna wird Anne oder aus 1785 mal eine 1875 oder ähnlich.

Sie suchen sich dann später „dumm und dusselich“ nach dem betreffenden Eintrag.

Andrea Bentschneider

Prächtig vermessen.

am 06. Februar 2015 unter Archive, Vereine, Museen, Historische Dokumente abgelegt

Mecklenburg auf Karten 1600 – 1800

Unter diesem Slogan findet ab heute im Kulturhistorischen Museum Rostock eine Ausstellung statt.

Wie schreibt das Museum dazu:

Landkarten werden heute täglich und vielfältig genutzt. Sie dienen der privaten Orientierung, sind Hilfsmittel für Verwaltung, Wirtschaft und wissenschaftliche Forschung. Sie begleiten uns jederzeit und allerorten. Sie sind unverzichtbarer Bestandteil der Informationskultur. Wir verwenden Karten, um uns zu orientieren. Dabei nutzen wir wie selbstverständlich elektronisch weltweit verfügbare, stets aktuelle Informationen. Ortungs- und Positionierungssysteme sind in der Lage, jederzeit den Standort anzuzeigen, den Weg zu weisen und die benötigte Zeit zu berechnen.

Auch die Menschen in der Vergangenheit nutzten Landkarten. Obwohl diese nach dem Ende des Mittelalters, mit der Entwicklung von Vermessungstechnik und Kartografie von handgezeichneten, oft geheim gehaltenen Einzelstücken zu immer genaueren, durch den Druck leichter zu reproduzierenden und weiter als je zuvor verbreiteten Medien wurden, blieb ihre Nutzung bestimmten Personengruppen vorbehalten.

Alte Landkarten zeigen das Land in seiner historischen Gestalt, spiegeln die Vorstellungen der Menschen über Lage, Ausdehnung und Gestalt von Gebieten und Landschaftsräumen wieder und verdeutlichen die Zunahme des geografischen Wissens.

Bis heute faszinieren sie wegen ihres Alters, des oft aufwändigen Druckes, wegen ihrer Seltenheit und der Schönheit der Darstellungen und Dekorationen. Sie dokumentieren die Veränderungen der Länder und Landschaften durch Besiedlung, Verkehr, Wirtschaft und Politik.

Wir wollen wissen, wie unsere engere und weitere Lebensumwelt vor Jahrzehnten und Jahrhunderten ausgesehen hat, versuchen, uns in alten Karten zu verorten und prüfen die Übereinstimmung der immer präziser werdenden historischen Darstellungen mit der Wirklichkeit. Nicht nur als Zeugnisse der Entwicklung von Vermessung und Kartografie, des Status von Wissenschaft und Technik, sondern auch als Denkmäler der Landes- und Regionalgeschichte werden sie von Wissenschaftlern und privaten Sammlern geschätzt.

Ausstellungsdauer vom 6. Februar bis 17. Mai 2015, Eintritt frei.

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog.

Also wenn Sie nichts vorhaben…

Kulturhistorisches Museum Rostock
Klosterhof 7
18055 Rostock

Telefon  0381 20359-0 | Fax  0381 20359-13

 

Nachtrag Kirchlicher Suchdienst

am 05. Februar 2015 unter Archive, Vereine, Museen abgelegt

Aufgrund der vielen Nachfragen:

Natürlich werden die Informationen welche der Kirchliche Suchdienst hat und nutzt auch nach der Einstellung der Tätigkeit weiterhin vorhandensein, denn die HOK werden nicht einfach in die „Ablage rund“ abgelegt.

Nach der Einstellung des kirchlichen Suchdiests wird diese Aufgabe dann vom Lastenausgleichsarchiv in Bayreuth übernommen.

Außenstelle Bayreuth (Lastenausgleichsarchiv)
Dr.-Franz-Straße 1
95445 Bayreuth

Telefon: 0921/4601-0
Fax: 0921/4601-111
E-Mail: laa@bundesarchiv.de

Öffnungszeiten:
Mo. – Do.: 08:00 Uhr – 17:00 Uhr
Fr.: 08:00 Uhr – 15:00 Uhr

Ihre Andrea Bentschneider

Kirchlicher Suchdienst

am 04. Februar 2015 unter Allgemein, Archive, Vereine, Museen, Historische Dokumente, Internet abgelegt

Der Kirchliche Suchdienst stellt 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs seine Arbeit zum 30. September 2015 ein. Grund ist der starke Rückgang von Nachforschungsanträgen.

Der vom „Deutscher Caritasverband“ und „Diakonisches Werk“ als Hilfsdienst für deutsche Flüchtlinge, Vertriebene, Spätaussiedler und deren Nachkommen 1945 gegründete und aus Bundesmitteln finanzierte Dienst sucht bis zur Schließung aber weiterhin nach vermissten Zivilisten aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten.

Wichtiges Hilfsmittel hierbei sind die Heimatsortkarteien (HOK). Diese Heimatortskarteien sind die systematischen Erfassungen der deutschen Bevölkerung in den ehemaligen deutschen Ost- und Siedlungsgebieten nach deren Wohnorten zum 1. September 1939.

Diese fast vollständig erhaltenen Unterlagen enthalten ca. 20 Millionen Personen.

Andrea Bentschneider