Archiv des Monats April 2016

Opa Maria

am 26. April 2016 unter Wissen abgelegt

Zwischenablage01Opa Julius MARIA Müller? Hmm, ein Mann mit einem weiblichen Vornamen?

Schauspieler Claus MARIA Brandauer oder der Komponist Carl Maria von Weber. Komisch, dass es keinen Peter ANNA Schmidt oder einen Paul USCHI Meyer gibt, oder?

Maria ist oft in Landstrichen mit überwiegend katholischer Bevölkerung als Mittelname anzutreffen, das beruht auf der Verehrung der Jungfrau Maria als Mutter Gottes.

„Moment mal!!!“, werden nun einige von Ihnen rufen, „Carl Maria von Weber wurden in Eutin geboren und das ist ja wohl Protestantisch“.

Recht haben Sie, aber seine Mutter kam aus dem katholischen Allgäu.

Aber warum gibt es zum Beispiel keine Anna JOSEPH? Der wird halt nicht so verehrt? ABER: Es könnte doch eine Anna JESUS geben? Prinzipiell ja, aber dieser Vorname ist erst seit kurzem nur für Jungs zugelassen.

Aber könnte ich mein Kind zum Beispeil: Peter Johannes Ben Ralf Michael John Kevin Alexander Paulus Rüdiger Karl Heinz nennen?

Jein, also das Sorgerecht der Eltern gewährt diesem Kinde einen Namen zu geben, ABER der Staat habe aber die Pflicht, das Kind als Grundrechtsträger vor verantwortungsloser Namenswahl durch die Eltern zu schützen (BVerfG, Az. BvR 994/98).

Grundsätzlich liegt es im Ermessen des Standesbeamten, aber mal ehrlich wer seinem Kind mehr als 5 Vornamen gibt, der… naja!!!
 Das „Kevin Justin“ keinen Bock auf seine Vornamen hat ist Geschmackssache, aber den ändern zu lassen ist nicht so einfach (zumindest bei diesen doch gängigen Vornamen).
OK, Uwe Ochsenknecht hat mit der Namenswahl seiner Kinder namens Jimi Blue und Wilson Gonzalez Kreativität bewiesen.

Wenn der „blaue Jimmy“ nun lieber offiziell Michael oder Peter heißen möchte, muss er  dem Beamten belegbar glaubhaft machen, dass er unter dem Namen leidet.

Aber was ist mit den sogenannten Unisexnamen? Bei Kai/Kay kann es sich um einen Jungen oder ein Mädchen handeln, ebenso bei vielen friesischen Namen wie zum Beispiel Folke. Da kann es sein, das der Standesbeamte auf einen zweiten „Geschlechtserkennenden“ Vornamen besteht.

 Was mich bei der Recherche zu diesem Artikel verwundert hat, ist die Tatsache, dass der mir eigentlich als weiblicher Vorname „Ida“ bekannter Namen auch so ein Unisexname ist, ebenso wie Merle.
Grüße aus Hamburg in die Welt,
Andrea (in Italien auch als Männername verwendet) Bentschneider

Opa „noch nicht“

am 19. April 2016 unter Historische Dokumente, Tipps und Tricks abgelegt

Mein Opa heißt mit Vornamen „noch nicht“, glauben Sie nicht?

Hier ein Ausschnitt aus seiner Geburtsurkunde:

 

noch nicht

Sag ich doch!!!

Im Ernst: Dies ist eine Geburtsurkunde aus dem Jahr 1883 aus Mecklenburg, genauer gesagt Ludwigslust. Und dort war es „gang und gebe“, dass ein Neugeborenes Kind erst mit der Taufe einen Vornamen erhielt.

 

Nach der Geburt eines Kindes ist „man“ also zum Standesamt gegangen und hat die Geburt angezeigt, dann folgte Tage drauf die Taufe in der Kirche und dann ging „man“ nochmals zum Standesamt. Der oder die Vornamen wurden dann als Beischreibungen/Nachbeurkundungen auf der jeweiligen Urkunde hinzugefügt.

„Und Frau Bentschneider, was soll mir das nun sagen“?, werden nun einige Leser sicherlich fragen…

Achten Sie bei Bestellungen von Urkunden IMMER darauf eine „Originalkopie nebst Beischreibungen/Nachbeurkundungen“ zu bestellen.

Oftmals finden sich Hinweise auf eine spätere Eheschließung oder dem Tod der Person(en) oder… man kann so einiges aus diesen Beischreibungen/Nachbeurkundungen erfahren und spart sich eventuell ein paar andere Forschungsschritte.

Liebe Grüße aus Hamburg in die Welt,

 

 

Weg avec la merde!!!

am 05. April 2016 unter Allgemein abgelegt

OK vor 127 Jahren sicherlich nicht „merde“ gesagt, aber er galt als Schadfleck. Heute ist er DAS Wahrzeichen von Paris, der Eiffelturm.

Naja der Eiffelturm heißt auch nur so, da die beiden Ingenieure Maurice Koechlin und Émile Nouguier bei Eiffel angestellt waren, denn von diesen beiden stammt der Entwurf.

Als“ zu hohe Straßenlaterne“, „Knochenskelett“ und so weiter wurde der Turm noch vor Fertigstellung beschimpft und sollte möglichst schnell nach der Weltausstellung wieder abgerissen werden!

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Bildquelle: Pixabay.com

ABER: eigentlich müsste der ganz anders heißen, naja oder auch nicht….

Gustave Eiffel wurde jedenfalls 1832 als „Alexandre Gustave Bonickhausen dit Eiffel“, also „Alexandre Gustave Bonickhausen genannt Eiffel“ geboren. Er beantragte 1878 den Nachnamen auf Eiffel zu ändern, was auch 1880 genehmigt wurde.

Eiffel…. erinnert doch irgendwie an die Eifel oder? „Unser“ Mittelgebirge wurde bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts „Eiffel“ geschrieben.

In Frankreich hat man die väterliche Linie von Gustave bis zu Jean René Bönickhausen zurückverfolgt. Nach einer durch die Gustave Eiffel-Biographen verbreiteten, aber unbewiesenen Behauptung, soll dieser ein 1680 in Marmagen (in der Eifel liegend) getaufter Sohn von Leo Heinrich Bönickhausen sein, der so um 1810 nach Frankreich ausgewandert ist.

Nach seiner Auswanderung hat dann der gebürtige Wilhelm Heinrich seine Taufnamen abgelegt bzw. geändert.

ABER: Warum hat er denn seine Vornamen komplett geändert, aber den Nachnamen behalten liebe Leute? Er hätte sich doch Guillaume Henry nennen können?

ABER 2: Eventuell hatte der Leo hat noch weitere Kinder (Leider haben die betreffenden Kirchenbücher Lücken). Vielleicht war ja da noch ein Sohn namens Johann Reinhard oder so…. Wer weiß!?!

Naja, jedenfalls steht der „Eiffelturm“ immer noch und heißt zum Glück nicht „Bonickhausen genannt Eiffel“-Turm.

Lange Geschichte – kurzer Sinn: Auch Sie werden irgendwann in Ihrer Forschung mal an einen Punkt kommen wo es nicht weiter in die Vergangenheit geht.

ABER (das letzte mal): Ihr Stammbaum muss ja nicht so hoch wie der Eifelturm werden, er kann ja auch in der Breite weiter wachsen, sprich sich auf die Suche nach Geschwistern machen.

Ihre Andrea Eif.. ähh Bentschneider