Archiv der Kategorie 'Wissen'

Was auf die Augen?

am 27. März 2017 unter Historische Dokumente, Wissen abgelegt

Ihr Wunsch ist mir Befehl!

Ich wurde nach neuen historischen Romanen gefragt:

Eine Brücke für alle Zeiten
Die Alte Mainbrücke in Würzburg blickt auf eine fast tausendjährige Geschichte zurück. Das wechselvolle Schicksal dieses Bauwerks erzählt Roman Rausch in einem großen, Jahrhunderte überwölbenden Roman.

Von ihrem sagenhaften Bau über Zeiten von Bruderzwist, Not und Wohlstand, Hexenwahn und Bauernkrieg, bis zur Sprengung durch die Nazis vor den anrückenden Amerikanern wird hier die Geschichte einer Stadt und einer Landschaft zum Leben erweckt.

Das Buch ist ab dem 24. März erhältlich, aber natürlich auch als Audio-Buch.

ISBN: 978-3-499-27283-7

 

 

Ja, den Auto kennen wir bereits. Rausch hat bereits für seine Kommissar Kilian Bücher Preise eingeheimst. Außerdem hat er bereits weitere lesenswerte historische Romane zu Papier gebracht.

Doch zu der Brücke an sich: Bereits 1476 wurde mit dem Bau dieser begonnen, der dann 1703 abgeschlossen wurde. 227 Jahre Bauzeit sagen Sie nun?!

Das ist ja nix gegen den Kölner Dom. Grundsteinlegung erfolgte 1248 und fertiggestellt wurde er 1880 = 632 Jahre, OK, davon sind 300 Jahre ein Baustopp gewesen, aber macht immer noch eine Bauzeit von 332 Jahren.

Und da regt man sich in Hamburg über die 9 Jahre für die Elbphilharmonie auf. Auch unsere Nachbarn haben da so Ihre Erfahrungen. Das Allgemeines Krankenhaus der Stadt Wien, Baubeginn 1974, geschätzte Kosten damals 73 Millionen Euro (grob umgerechnet). Fertigstellung 1994 und plötzlich waren es 3,3 Milliarden Euro!

Also das mit dem Berliner Flughafen kann noch dauern!

Ihnen eine schöne Woche.

Ihre Andrea Bentschneider

Jänner und Co.

am 20. März 2017 unter Historische Dokumente, Internet, Wissen abgelegt

 

 

 

Dieses Datum stand im Brief. Zu oft die Qualität des Messweines kontrolliert Herr Pfarrer?

Mitnichten mein Kind, hätte dieser geantwortet, hätte ich ihn denn gefragt, denn mir war ja klar, dass er den alten Namen für Januar benutz hatte.

Er hätte aber auch folgendes schreiben können:

  • 10. Hartmond 2017
  • 10. Jenner 2017
  • 10. Hartung 2017
  • 10. Eismonat 2017

Oftmals finden Sie diese und ähnliche Namen in alten Urkunden, Kirchenbucheinträgen. Das Problem ist, dass es dereinst über 200 – 250 verschiedene Bezeichnungen für die 12 Monate gab. Diese kamen je nach Mundart zum Teil auch nur zeitlich und/oder örtlich begrenzt vor.

Da wir ja bekanntlich den Julianischen Kalender benutzen, ja Cäsar hat zwei Monate vor die bis dahin bestehenden gepackt, kommen die heute gebräuchlichen Namen oft von Göttern. Januar wurde nach Gott Janus hinzugefügt und Februar wurde nach Februus (Totengott und Gott der Reinheit) benannt.

Blöd nur, dass durch die Tatsache das die zwei neuen Monate einfach an den Anfang gestellt wurden, die alten Monate „verrutschten“:

Der September (septem = 7) wurde deshalb plötzlich der neunte Monat.
Der Oktober (okto =8) wurde der zehnte Monat.
Der November (nonem = 9) wurde der elfte Monat.
Der Dezember (decem = 10) wurde der zwölfte Monat

Das dachte sich wohl auch Hermann von Pfister-Schwaighusen, denn er erfand einfach neue Namen für die Monate, die sich damals zum Teil auch durchsetzten.

Um mal im Januar bzw. Hartung zu bleiben. Angeblich soll diese Bezeichnung obiger Herr so um 1890 erdacht haben. Der Name Hartmonat macht da eher Sinn, denn der Boden war halt noch hart gefroren (damals hatte man noch strenge Winter :-))

Auf dieser Internetseite können Sie ein wenig mit den verschiedenen Kalendern „spielen“. So wurde ich zum Beispiel am 20. Pharmuthi 2717 geboren.

Liebe Grüße Ihre Andrea B.

 

Nenn mir Deinen Namen…

am 16. März 2017 unter Historische Dokumente, Internet, Wissen abgelegt

… und ich sag Dir woher du kommst!

Schön, wenn es so einfach wäre.

Bei einigen Namen funktioniert dies vielleicht, aber generell eher nicht.

Haben Sie einen Namen der auf -ski oder -sky endet? Dann kommen die Vorfahren wohl aus dem „Osten“. Ich könnte jetzt die Geschichte erwähnen, dass zum Beispiel in Polen die Endung -ski oder -sky dem Adel vorbehalten war, aber dies „Gesetz“ verfiel irgendwann und um sich und seine Familie aufzuwerten, hängten vielen eben diese Endung an den Familiennamen. Viele Familiennamen die auf diese Endung enden finden sich nach wie vor im Ruhrgebiet. Erklärung: Viele Polen etc. kamen ins Ruhrgebiet um im Bergbau tätig zu werden.

Heißen Sie Mayer stammen die Vorfahren eher aus Süd-Deutschland und nicht unbedingt aus dem hohen Norden.

Heißen Sie Schönberg, dann hatten Ihre Vorfahren bestimmt Ihr Land, Haus oder stammen aus gleichnamigen Ort.

Apropos Schönberg, da ist es möglich von Brasilien nach Kalifornien zu wandern. Wo wir auch schon bei lustigen Ortsnamen sind. Der Ortsteil Kalifornien heißt auch nur so, weil dort am Strand mal Teile eines Schiffes mit dem Namen „California“ angespült wurden.

Doch zurück zu den Familiennamen… Sie haben den schönen Namen Schmock? Als erstes fällt einem hier die jüdische Bezeichnung für einen Trottel, Deppen, eingebildeten, extravaganten Snob, etc. ein, ABER…

Es kann natürlich aus sein, das Ihre Vorfahren Ihren Namen eingedeutscht haben und sich früher Šmok schrieben und aus der Tschechien stammen. Heydebrekt wurde zu Heidebrecht und der Krystof wurde zu Christopf.

Lange Rede-kurzer Sinn: Woher ein Familienname stammt lässt sich pauschal leider nicht beantworten.

Mehr über Namen und Nachnamen erfahren Sie wenn Sie rechts oben im Suchfeld einfach mal „Namen“ eintippen, dann finden Sie weitere Erklärungen und Ansätze die Ihnen vielleicht bei Ihrer Namensfindung helfen können.

Ihre Andrea Ben Schneider (so wurde ich tatsächlich auf einem Ahnenforscher Kongress in den USA geführt)

Habe ich nicht ein Recht auf…

am 13. März 2017 unter Allgemein, Historische Dokumente, Tipps und Tricks, Wissen abgelegt

Wie sagte schon mein Opa immer: „Recht haben und Recht bekommen, sind zwei paar Schuhe!“

Es ist mal wieder an der Zeit ein paar Leserfragen zu beantworten, die für alle Leser interessant sind. (Die anderen beantworte ich immer direkt.)

Viele Urkunden beinhalten „Beischreibungen“ oder Nachbeurkundungen wie diese:

 

Aus diesen ergeben sich oftmals wertvolle Tipps für die nächsten Forschungsschritte. Im gezeigten Bild würde ich also im nächsten Schritt die Eheurkunde der Dame suchen, um somit den Namen des Mannes zu erfahren.

Es kann allerdings vorkommen, dass….

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XY ist gestorben. RIP

am 22. Februar 2017 unter Internet, Verwechslungen, Wissen abgelegt

Ich habe vor kurzem gelesen, dass Sidney Portier verstorben sei. Kam zuerst als Meldung bei Twitter und dann bei diversen anderen online Medien…  BIS: Sidney Portier sich selber gemeldet hat und dies eindeutig negiert hat.

Was ich sagen will: Drum prüfe was sich online findet!

Jeder kann im Internet alles veröffentlichen was er will, man stürzt sich drauf und verbreitet es weiter und am Ende… Ein Scherz?

Daher nochmals mein Hinweis: Übernehmen Sie nicht einfach Daten und Namen von Personen die Sie in irgendeinem online Stammbaum finden, OHNE diese auch zu prüfen.

Habe gerade wieder so einen Fall auf dem Schreibtisch. Bis Ur-Opa ist alles belegt und danach fand der Kunde noch diverse Personen die in den Stammbaum passten.

Passen tut vieles, nur stimmen muss es auch. Im obigen Fall leider nicht!

Ihre Andrea Bentschneider

PS: Jeder schreibt immer RIP, also Rest In Peace, müsst es bei uns nicht RIF heißen?

 

Geburtsurkunde

am 20. Februar 2017 unter DNA, Tipps und Tricks, Wissen abgelegt

Hat eigentlich jeder der hier bei uns geboren wurde. Dies ist eine amtliche Bescheinigung über die Geburt einer Person – mit Name, Geschlecht, Datum und Ort der Geburt, welche aus dem Geburtsregister des Geburtsortes erstellt wird.

Neben diesen Fakten enthält diese Bescheinigung auch…. jetzt wird es „beamtisch“… die zum Zeitpunkt der Ausstellung der Urkunde rechtlich geltenden Eltern.

WAS?

Meine Eltern sind doch meine Eltern???!!

Ja und Nein, hier unterscheidet man aber zwischen….

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Deutsche Staatsbürgerschaft

am 17. Februar 2017 unter Allgemein, Internet, Tipps und Tricks, Wissen abgelegt

Eigentlich wollte ich ja erst nächste Woche einen neuen Beitrag posten…

Eigentlich geht man ja davon aus, das wenn jemand einen Deutschen Pass hat er auch Deutscher ist, oder?

Während ich heute morgen ins Büro fuhr, habe ich im Radio gehört, dass der Vizepräsident von Equador auch einen deutschen Pass besitzt.

Aber ist er dann auch Deutscher?

Nicht unbedingt, denn….

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Meldepflicht

am 14. Februar 2017 unter Allgemein, Tipps und Tricks, Wissen abgelegt

Es gibt bei uns ja diverse Meldepflichten.

Neben der Pflicht der Arbeitgeber ihre Beschäftigten zur Sozialversicherung, Meldung von Krankheiten oder Leiden die unter das Infektionsschutzgesetz fallen oder die Unfallmeldung oder, oder…

oder die laut Bundesmeldegesetz gesetzlich vorgeschriebene Pflicht, sich an seinem neuen Wohnort im Einwohnermeldeamt anzumelden.

Melderegister werden traditionell im Einwohnermeldeamt, in kleinen Gemeinden auch im Ordnungsamt geführt.

Wie können uns Forschern diese bei der Suche nach dem Lebensweg weiterhelfen?

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Feudel, Oachkatzelschwoaf, Teilchen und eine Schrippe

am 22. November 2016 unter Allgemein, Historische Dokumente, Internet, Wissen abgelegt

Schatzis Freund Volker ist aus Berlin nach Hamburg gezogen. Da man ja nett ist, haben wir natürlich sein neues Domizil in Hamburg erst einmal grundgereinigt. Aber wie die Kerle so sind, fehlte natürlich die Hälfte, also habe ich Volker in den Drogeriemarkt Budnikowsky geschickt, um Allzweckreiniger, Lappen, Scheuerpulver und einen Feudel zu kaufen. Nach 10 Minuten kam er wieder, hatte auch alles, bis auf den Feudel.

„Den gibt es da nicht“? Keinen Feudel bei Budni ist wie McDonalds ohne Burger, da wird nie im Leben passieren. Also zusammen hin spaziert und was sehen meine Augen da liegen? Feudel! „Ach, Aufnehmer meinst Du!“

Den Begriff Feudel haben die Franzosen mit hergebracht, mehr oder weniger…  Das Wort stammt vom französischen Wort „voile“ (Schleier oder Kopftuch) ab (Falls Sie mal bei Herrn Jauch auf dem Stuhl sitzen).

Hier oben im Norden, gibt es nun seit den anfänglichen Pilotprojekten so um 2010 herum, auch wieder Platt (also Niederdeutsch) Unterricht an den Schulen. Leider noch nicht an allen und regelmäßig. Es fehlen halt Lehrer die noch platt schnacken können.

Neben Hamburch gibt es dat auch noch in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen.

Lange wurde den Lütten, wenn sie denn überhaupt noch platt gesprochen haben, dies ausgetrieben. Erst etwa ab dem Jahr 2000 merkte „man“, dass die niederdeutsche Sprache ist ein wertvolles Kulturgut ist. Wenn sie vor dem Aussterben bewahrt werden soll, muss etwas getan werden.

Regionale Dialekte MÜSSEN erhalten bleiben, es klingt doch toll wenn einer so richtig Bayrisch daherredentut.

Andrea Länder sind uns da einen Teil voraus. In Neu-Seeland gibt es Maori Unterricht an den Schulen, es wird der Haka (ein ritueller Tanz der Ureinwohner und KEIN Kriegstanz) gelehrt, um so das kulturelle Erbe zu erhalten.

Weltweit gibt es Zur Zeit etwa 6.500 auf unserem Planeten. Linguisten schätzen, dass in 100 Jahren knapp die Hälfte davon verschwunden ist.

Wie für Tiere, gibt es auch für Sprachen eine „rote Liste“, da diese vom Aussterben bedroht sind. Wer jetzt nur an die kleinen Stämme in den Regenwäldern denkt, hat unrecht. Auch eine unserer Sprachen steht auf dem Index: Niedersorbisch.

Bóžemje!

Ihre Andrea Bentschneider

Ich bin dann mal….

am 23. Juni 2016 unter Wissen abgelegt

nein, keine Angst: Ich bin nicht weg!

Ich bin dann mal auf der keramischen Abteilung, WasserClosett (WC), Klo, Donnerbalken etc.

Wir können ja froh sein, im hier und jetzt zu leben und nicht etwa im Mittelalter.

Da verrichtete man seine Notdurft, wenn man dann in der Stadt wohnte, schön ins Töpfchen und kippte dies am nächsten Morgen einfach aus dem Fenster. Auf dem Dorf ging man halt vor die Tür und machte da, was man so machen muss.

Das „Gutes“ auch mal in Vergessenheit gerät ist ja bekannt. Zu Zeiten des Julius Cäsar besaß der betuchte Römer bereits ein WC im Hause und es gab öffentliche Bedürfnisanstalten.  Das geriet leider in Vergessenheit. Unsere Freunde am französischen Hofe gab es im 18. Jahrhundert keinen Ort wo man mal austreten konnte. Alles was man benötigte war eine Glocke.

Eine Glocke? Ja, denn man …. jetzt gehen mir langsam die Umschreibungen aus… verrichtete sein Geschäft einfach im Zimmer auf den Boden! Dann Glocke läuten und ein Bediensteter kam und entfernte die Hinterlassenschaft.

Neben der Tatsache, dass es nicht nur bei Hofe bestialisch gestunken hat, gab es natürlich auch hygienische Probleme und diverse Krankheiten die auf die geschilderten Unarten basierten.

Aber da war doch was… Ach ja die alten Römer hatten da doch etwas und wie hieß dieser Kerl noch gleich? John Harington erfand nämlich bereits 1596 ein Wasserklosett.

Kurzer Zeitsprung. Als 1860 Queen Victoria nach Deutschland kam, war man im Vorfeld bereits bemüht es der Dame so komfortabel wie möglich zu machen, also importierte man aus England eine Toilette. Diese wurde dann im Schloss Ehrenburg /Coburg eingebaut.

Also falls Günter Jauch Sie mal fragen sollte….

So nun muss ich aber wieder meinen Geschäften nachgehen.

Apropos Geschäfte…

Es war ein mal vor langer Zeit in einem fernen Lande. Dort gab es eine Art Donnerbalken und die Männer trafen sich dort um Ihre Notdurft zu verrichten. Keine Trennwände oder so, sondern man saß fröhlich plaudernd nebeneinander und machte Geschäfte. 3 Schafe kaufen = ein kleines Geschäft, 30 Schafe kaufen eher ein großes Geschäft.

Und aus dieser Zeit stammt auch die Umschreibung „sein Geschäft verrichten“. Kinder sagen oft „ich muss mal klein“ oder „ich muss mal groß“, stammt auch aus dieser Zeit.

Ihre Andrea Bentschneider