Archiv des Monats Mai 2015

Mein Vater und der Krieg

am 22. Mai 2015 unter DNA abgelegt

So oder ähnlich begann der Brief den ich vor knapp 1,5 Jahren erhielt…

Eines vorweg: Alle Namen die nun folgen sind natürlich auf Wunsch des Kunden geändert!

Also da suchte ein Mann, geboren in den Kriegswirren am 07. März 1944, Informationen über seinen Vater und was dieser in dessen Militärzeit so getan hat, sprich wo eingesetzt, Auszeichnungen und wann gefallen und wo .

Wir alle kennen ja die Überraschungen die uns die Familienforschung so bietet. Da werden Familiengerüchte wiederlegt, die über Generationen weitergegeben wurden, oder der Großvater der ja nur einen Bruder hatte, plötzlich 7 weitere Geschwister hatte oder… oder… oder…

Schwierig ist es für mich immer nur dies den Kunden mitzuteilen. Klar, es gibt Funde die erfreuen die Kunden, aber auch welche, wo ich statt einer E-Mail oder einem Brief den Kunden lieber anrufe und ihm versuche die Neuigkeiten schonend beizubringen.

So auch in diesem Fall…

Wir erinnern uns, dass Kind ist am 07. März 1944 geboren, der Vater  ist wie durch mehrere Quellen belegt am 05. Januar 1943 gefallen.

Moment mal: Eine Schwangerschaft dauert knapp 10 Monate…. März 1944 – 10 Monate = So um Mai 1943 muss das Kind gezeugt worden sein, aber da war der „Vater“ bereits 4 Monate Tod???!!!

Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Die Mutter des Kunden wollte aber nicht darüber reden wer der Vater sein könnte. Jetzt hat sich der Kunde wieder gemeldet!

Fall gelöst: Er hat mir am Telefon berichtet, dass er einen DNA Test gemacht hat. Er hat seine DNA und die des 2. Ehemanns seiner Mutter (also seines Stiefvaters) verglichen und siehe da, dieser Mann ist sein leiblicher Vater.

Aber, so meinte der Kunde scherzhaft, bleibt es ja in der Familie, denn der Ehemann Nummer 2 ist der Bruder des Gefallenen.

Tja, in der Forschung stößt man immer wieder auf Überraschungen, positive wie negative!

UND: Für unsere Vorfahren und deren handeln können wir ja nichts und müssen damit leben.

Ihnen ein sonniges Pfingstwochenende.

Ihre Andrea Bentschneider

Der plattdeutsche Dollar

am 18. Mai 2015 unter Wissen abgelegt

Nicht nur etwa 50 Millionen Amerikaner haben deutsche Vorfahren – auch der Dollar hat deutsche Wurzeln!

Zu verdanken haben wir diese Tatsache dem Umstand, dass der Bergbau in Deutschland im 15. Jahrhundert große Fortschritte machte und dass durch die „Entdeckung“ der neuen Welt immer mehr Silber nach Europa gelangte. Als das Gold knapp und damit teurer wurde, wurde nun auch Silber als Münzen geprägt. Da Gold mehr wert war als Silber und der Silbergulden den gleichen Wert haben sollte wie der Goldgulden, den er ersetzen sollte, musste der Silbergulden neunmal schwerer sein als der Goldgulden. Ein Silbergulden wog 30 Gramm und wurde auch „Guldiner“ genannt, für „Gulden“.

Auch am Südhang des Erzgebirges wurde im frühen 16. Jahrhundert Silber abgebaut. Seit 1519 ließen die Grafen Schlick große Mengen Guldengroschen schlagen. Nach dem Herkunftsort dieser Münzen in Joachimsthal in Nordböhmen wurde diese Münzen auch „Joachimsthaler“ genannt, was sich im Laufe der Zeit zu „Thaler“ bzw. „Taler“ verkürzte. Dies wurde Mitte des 16. Jahrhunderts für Silbermünzen in dieser Größenkategorie ihr Name.

Wenn man dem Wort „Thaler“ noch ein bisschen Plattdeutsch beimengt, dann landet man bei „Doaler“. Der Taler ist ein beliebter Namensgeber geworden, auch außerhalb Deutschlands.

Zweieinhalb Jahrhunderte später, als die USA sich 1786 von dem englischen Währungssystem trennten und ein eigenes einführen wollten, wählten sie in Anlehnung an den niederdeutschen „Doaler“ den Begriff „Dollar“. Und heute gibt es nicht nur den U.S.-amerikanischen Dollar, sondern noch 23 weitere Dollar-Währungen, von Nordamerika über Suriname, über Namibia und Brunei bis nach Australien und Neuseeland. Das ist ein weiter Weg von Joachimsthal im Erzgebirge.

Übrigens entsprach der amerikanische Dollar dem spanischen/mexikanischen Silberpeso, daher stammt das Dollarzeichen $.

Ihnen eine schöne Woche.

Andrea Bentschneider

Aufstehen!!! Frühstück wartet

am 15. Mai 2015 unter Allgemein, Wissen abgelegt

Moment mal…. Mittagessen, Abendessen… Warum heißt es nicht Morgenessen?

Wie wir ja alle wissen, ist das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages, und da sollen wir nur ein „Stück in der Früh“ zu uns nehmen?

Sprachlich wird hier bei uns das Wort Frühstück so seit dem 15. Jahrhundert benutz, davor genoss man das „Morgenbröt“. Während wir heute (wenn wir uns die Zeit nehmen), tatsächlich etwas ausgiebiger Frühstücken, wird neben Wurst und Käse und frisch gepressten O-Saft, zumeist Süß gefrühstückt, sprich Konfitüre, Nutella etc. In England hingegen eher deftig mit Bacon, kleinen Würstchen und baked beans…

Aber bleiben wir im Lande. Sicherlich haben früher die verschiedenen Stände unterschiedliche Dinge zu sich genommen. Bleiben wir mal beim allgemeinem Volke.

Da gab es dereinst meist nur einen Getreidebrei, wenn man Glück hatte gab es auch etwas Brot dazu. Dann ging es ab zur Arbeit. Mittags (das variierte je nach Stand) auch ein zumeist einfaches Mahl. Allerdings „stand man ja mit den Hühnern auf“, sodass man sein Mittagsmahl schon um 10 Uhr einnahm.

Aber nix mit Fleisch oder Fisch, Sättigungsbeilage und Soße! Getreide blieb bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts DAS Mahl schlechthin. Erst mit der Akzeptanz der Kartoffel und des Mais, kam ein wenig Abwechslung auf die Teller.

Weizen in allen Variationen was Lebensmittel Nummer 1. Hafer galt als minderwertig und wurde zumeist nur als Tierfutter verwendet. Hirse wurde auch verzehrt und galt aufgrund seiner langen Lagerfähigkeit von bis zu 20 Jahren als „Notreserve“.

Tja, es gab also eine Getreidepampe, die wir, anspruchsvoll wie wir nun mal sind, heute wahrscheinlich nicht mal mehr den Hunden vorsetzen würden.

Das Abendessen bildete in allen Schichten die Hauptmahlzeit des Tages.

Jetzt schreit der Ernährungswissenschaftler auf! Was ist denn mit Proteinen? Tja, man musste, da Otto Normalverbraucher sich weder Fleisch noch Fisch leisten konnte auf Eier, Milch und Hülsenfrüchte zurückgreifen.

Und Fette braucht der Mensch! Schmalz!

Schatzi nimmt auch Zucker in den Kaffee! Seit dem Mittelalter kennt man in Europa den aus Indien stammenden Rohrzucker. Aber den konnte sich das einfache Volk nicht leisten.

Kommen wir zu den Getränken: Wasser! Was allerdings jede Schicht zu sich nahm war Alkohol und das zu jeder Mahlzeit. Allerdings waren diese Getränke nicht vergleichbar mit den heutigen Bieren und Weinen, es waren milde alkoholische Getränke, welche auch die Kinder tranken.

Jetzt habe ich Hunger bekommen 🙂

Ich wünsche Ihnen ein sonniges Wochenende.

Liebe Grüße aus Hamburg in die Welt,

Andrea Bentschneider

… und weiter geht die wilde Fahrt!

am 13. Mai 2015 unter Archive, Vereine, Museen, Historische Dokumente, Internet abgelegt

Keine Panik, jetzt kommt keine Geschichte vom Rummelplatz, Kirmes, Dom oder wie man ein Volksfest bei Ihnen nennt.

News aus der Familienforschung!

KÖLN:
Nachdem das alte Stadtarchiv ja am 3. März 2009 zusammenfiel, hat der Ausschuss Kunst und Kultur der Stadt Köln am 6.5.2015 in einer Sondersitzung einstimmig den Neubau des Historischen Archivs der Stadt Köln am Eifelwall beschlossen.

Warum das so lange gedauert hat? Die Kosten!!! Denn die errechneten Kosten liegen bei knapp 76 Millionen Euro!!!

KÖLN 2:

Wie bereits mehrfach berichtet, versucht die Stadt Köln die beim Einsturz zerstörten Dokumente und Urkunden wieder herzustellen. Aber das dauert natürlich… Man schätzt, dass es wohl so um die 30 Jahre dauern wird.

KÖLN 3:

Nicht verzagen, den die Stadt Köln hat mittlerweile vieles online gestellt. Also bevor Sie nun 30 Jahre warten, einfach mal nachsehen, ob die gesuchten Urkunden vielleicht schon online zu finden sind:

http://historischesarchivkoeln.de/lav/index.php

So das soll es für heute gewesen sein.

Ihnen viel Erfolg beim forschen.

Ihre Andrea Bentschneider