Wer hat an der Uhr gedreht??

Fangen wir heute mal mit einem kleinen Test an:  Einzige Vorraussetzung: Sie schauen jetzt NICHT auf Ihre Armbanduhr bis ich es Ihnen sage. Haben Sie römische Ziffern oder Punkte oder unsere „normalen“ Zahlen oder andere Zeichen auf Ihrem Ziffernblatt?
JETZT dürfen Sie schauen und prüfen!

Fast jeder Zweite gibt die falsche Antwort (netter Partyspass). Und dass das Wort Zahl aus dem althochdeutschen Wort Zala (eingekerbtes Markenzeichen) stammt, ist ja wohl bekannt…

Wir haben ja nun die Uhren vor kurzem wieder auf Sommerzeit umgestellt und man stolpert aber ab und zu immer noch über nicht umgestellte Uhren. So ist mir bei einer in der Nähe meines Büros zuerst die falsche Uhrzeit aufgefallen, dann aber noch eine Kuriosität: Auf vielen Kirchtürmen und auch auf meiner (die mit den römischen Ziffern) ist die Zahl 4 nicht als „IV“ sondern als „IIII“ dargestellt!

Aber wieso IIII statt IV??? Ganz einfach, wir drehen das Rad der Zeit oder in diesem Falle die Zeiger der Uhr bis in die Antike zurück….

Dort stand IV oder IU oder auch JU für den obersten Gott Jupiter. Keine Angst ich will Ihnen kein X für ein U vormachen, (die Erklärung für diese Redewendung steht unten), diese Geschichte stimmt.

Naja es wäre halt Gotteslästerung gewesen, wenn man den Namen des obersten Gottes auf eine profane Sonnenuhr malt. Und wenn man kleinen römischen Kindern beim zählen Zugesehen hat, haben die ja auch nicht 5 Finger (V) genommen und an der anderen 1 (I) hochgehalten, sondern 4 Finger (IIII) gezeigt.

Achten Sie mal drauf, auf 80 – 90 % der Uhren mit römischen Ziffern trifft diese Schreibweise immer noch zu. Ebenso findet sich in einigen alten Dokumenten die Schreibweise IIII anstatt der IV, also handelt es sich hierbei um keinen Fehler.

Jemandem ein X für ein U vormachen:

Ihren Ursprung hat diese Redewendung auch in den römischen Zahlen: Wenn man die römische zahlt V (5) durch die zwei kleinen Striche verlängert erhält man ein X (10). So konnte man Lieferscheine und Rechnungen geschickt manipulieren. Beschiss auf ganzer Linie!!

Moment, es war noch gar nicht vom U die Rede: Unser heutiges U stammt vom V des lateinischen Alphabets ab, was die heutige Form der Redewendung erklärt.

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