Wer suchet …der findet – heute: Personen

Es ist ja nicht zu fassen: Da leben wir im 21. Jahrhundert mit Internet, kompletten Telefonbüchern online und ich kann über meinen PC Faxe versenden und telefonieren. Aber bin nicht in der Lage, meine alten Klassenkameraden zu lokalisieren.

Erstaunlich hingegen finde ich die Tatsache, dass es Familienmitgliedern während und nach dem 2. Weltkrieg möglich war, ihre vertriebenen und verstreuten Angehörigen wieder zu finden.  Und natürlich heute noch möglich ist, denn es gibt ja:

Dieser Dienst wurde im Mai 1945 gegründet. Am Ende des 2. Weltkriegs hatten 7,8 Millionen Deutsche ihr Leben verloren, 11,5 Millionen deutsche Soldaten waren in Gefangenschaft geraten, 800.0000 Zivilisten befanden sich in Internierungslagern, 300.000 Kinder waren ihren Eltern entrissen; 30 Millionen Deutsche waren voneinander getrennt.

Aber dieser Suchdienst befasst sich nicht nur mit den Vermissten des 2. Weltkrieges.  Auch die Suchkarten von der aktuellen Katastrophen, wie dem 11. September, das Tsunami-Unglück in Asien, die Golf-Kriege 1 und 2, der Balkan Krieg in den 1990gern werden hier gelagert.


Kurze „eigene“ Such-Geschichte am Rande: Schatzis Oma musste im Krieg aus Königsberg fliehen, als die Russen kamen. Mit 4 Kinder und zwei Koffern mit der guten Bettwäsche im Schlepptau sprang sie im Januar 1945 auf den LKW der ortsansässigen Feuerwehr, der sie in den Königsberger Hafen brachte. Die folgenden Stationen waren dann: Pillau- Rostock bzw. Lübeck – Hamburg- Haseldorfer Marsch. Der Opa war zu der Zeit als Feuerwehrmann in stationiert. Schatzis Großeltern hatten abgemacht, dass sie auf alle Fälle fliehen sollte, falls die Russen kommen. Und so hat er dann den Suchdienst kontaktiert und die Suche muss wohl von Erfolg gekrönt gewesen sein, denn der Opa kam dann 6 Monate später auch in der Haseldorfer Marsch an.

Da mich diese Geschichte faszinierte hatte ich dann vor einiger Zeit mal beim Suchdienst in München angerufen und ein sehr nettes Gespräch mit einem Abteilungsleiter geführt. Der freundliche Herr  gab mir noch ein paar interessante Informationen: Der Suchdienst verfügt heute noch über 50 Millionen (50.000.000) Suchkarteikarten. Es können aktuell jährlich noch 10.000 – 15.000 Vermisstenfälle geklärt werden. Nach dem Fall des eisernen Vorhangs in den 1990ern hat der Suchdienst auch nach und nach Zugriff auf Daten der ehemaligen Sowjetunion bzw. den daraus entstandenen Staaten erhalten. Dadurch lassen sich auch mehr als 60 Jahre nach Kriegsende Schicksale klären. 2017 soll die Digitalisierung der Suchkarten abgeschlossen sein, sodass eine Suche schneller bearbeitet werden kann. (Momentan dauert kann es einige Monate bis über 1 Jahr dauern, je nachdem wie dringend die Anfrage ist.)

Hier der Link für weitere Informationen bzw. Ihre / Eure Suchanfrage:
https://www.drk-suchdienst.eu

PS. Das Foto vom Mann mit der Nummer 331 ist der andere Opa von Schatzi, der im Krieg in einer Schlosserei tätig war. Leider konnte bisher noch keiner in der Familie Schatzi sagen, was es mit dem Bild oder der Nummer auf sich hat. Der Opa ist leider bereits verstorben. Da er nie in Kriegsgefangenschaft oder im Gefängnis war, steht die Frage im Raum, was das für eine Nummer sein kann. Falls Sie hier weiterhelfen können, sind wir für Tipps sehr dankbar.

4 Kommentare zu “Wer suchet …der findet – heute: Personen”

  1. Andrea Bentschneider sagt:

    Hallo Annies,

    ich würde mal auf den folgenden Webseiten nachschauen bzw. evtl. deren Betreiber fragen:
    http://www.elbing.de und/oder http://www.westpreussen.de
    Ansonsten gibt es noch den Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e.V. unter http://www.vffow.de

    Berichte doch mal, wo Du fündig geworden bist.

    Viel Erfolg,
    Andrea Bentschneider

  2. Klinge Gitta sagt:

    Ich suche eine frühere Kollegin ,welche 1989 im April aus der DDR ausgereißt
    war .Ihr Mädchennahme war Angela Wartmann z.Zt.der ausreise war sie Verheiratet .Sie wohnte zu letzt in Dresden und stammte aus dem Raum
    um Magdeburg .Vielleicht können sie mir Mitteilen wohin ich mich wenden
    könnte.
    Danke Gitta Klinge

  3. Glatze sagt:

    Interesanter Artikel war mir gar nicht bewusst dass so viele vermisst werden.

  4. Angela wartmann | Keritesorszag sagt:

    […] Blog über Ahnenforschung und Genealogie » Blog Archiv » Wer suchet …22. Juni 2009 … Ihr Mädchennahme war Angela Wartmann z.Zt.der ausreise war sie Verheiratet .Sie wohnte zu letzt in Dresden und stammte aus dem Raum … […]

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