Rod Stewart und…

…die Meuterei auf der Bounty. Ok, es besteht kein Zusammenhang, außer der Tatsache das die Bounty ein Segelschiff war und ich immer wenn ich Segeln höre an Muttis Lieblingssong erinnert werde.


War klar was kommt, oder? Das Lied dudelte bei Mutti von Morgens bis Abends…

Scherz beiseite. Die Mouterei auf der Bounty kennt irgendwie jeder. Siehe hierzu auch den folgenden Beitrag. Aber auch zu späteren Zeiten, als die Segel längst durch Maschinenkraft ersetz waren, gab es dieverse Meutereien. Auch auf Auswanderungsschiffen. Als Beispiel hierfür nur die 1905 auf der RMS Oceanic (ein Transatlantikdampfer der britischen Reederei White Star Line) stattgefundene Meuterei (oder Arbeitsverweigerung) von mehr als 30 Heizern, die später verhaftet wurden, weil sie sich über die Arbeitsbedingungen und den Lohn beschwert hatten.

Der geneigte Leser wird nun anmerken, dass ja auch 1905 die Meuterei auf dem sogenannten Panzerkreuzer Potemkin stattfand.

„Meine“ Geschichte spielt aber 27 Jahre eher. Im Jahr sank die „Princess Alice“ der britischen Reederei London Steamboat Company. Sie wurde für Ausflugsfahrten auf der Themse genutzt. Es starben etwa 650 Personen und dies traurige Schicksal führte zu Neuregelungen und Verbesserungen in Bezug auf die Sicherheit von Passagierschiffen. Passagierkapazitäten auf Passagierschiffen wurden begrenzt und 1880 trat eine Regelung in Kraft, die die ausreichende Versorgung der Passagiere mit Schwimmwesten vorsah. Ferner wurde das Vorhandensein von wasserdichten Schotts vorgeschrieben.

Tja, es waren auf der 34 Jahre später gesunkenen zwar 16 Schotts vorhanden und 3.560 Rettungswesten für die maximal zugelassenen  3.300 Passagiere (aufgrund der Bauweise legte die Reederei eine maximale Passagierzahl von 2.200 fest) plus Mannschaft von 900, aber auf der Jungfernfahrt waren „nur“ 1.300 Passagiere plus 900 Personen Personal, also gab es genügend Schwimmwesten. ABER die Anzahl der Rettungsboote von 20 reichte nicht aus, rechnerisch wären mindestens 38 Boote für die Rettung aller Menschen an Bord benötigt worden. Und diese 38 galten nur für die Jungfernfahrt, bei voller Belegung hätten es etwa 63 Boote sein müssen.

Wie man sieht müssen leider erst immer Unglücke passieren bevor sich etwas ändert. So wurde ja auch die „Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger“ erst nach einer Katastrophe gegründet. Siehe hierzu auch diesen Beitrag.

So führte auch das Murren der Passagiere über die schlechte Unterbringung und Verpflegung während der Überfahrt nach Amerika und die hohe Zahl von Kranken und Toten zu schärferen Regelungen (siehe hierzu auch dieses) und Verbesserungen der Verpflegung und der Unterbringung.

Doch genug von Leid und Elend. Die Sonne scheint (zumindest hier in Hamburg) und das Wochenende steht bevor 🙂

Also wünsche ich allen ein sonniges Wochenende.

Ihre Andrea Bentschneider

PS: Mir ist aufgefallen, dass ich lange nichts mehr verlost habe. Also Augen auf, denn ich habe da etwas in petto

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