Frieden finden…

Erstmalig haben gestern die „Siegermächte“ (es gibt im Krieg nie Sieger!!!) des 2. Weltkrieges, also  amerikanische, britische und französische Soldaten an der traditionellen Siegesfeier Russlands auf dem Roten Platz in Moskau teilgenommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel war ebenfalls vertreten.

65 Jahre…

nach Kriegsende sind aber immer noch viele Fragen offen. So die nach den vermissten Angehörigen.

Nach Kriegsende und der Gründung der Bundesrepublik wollte sich die Regierung einen Überblick über die Vermissten verschaffen und im März 1950 rief der Bundespräsident Theodor Heuß alle Bürger Westdeutschlands dazu auf, ihre Vermissten registrieren zu lassen.

Der Ansturm war enorm und es wurden ca. 2,5 Millionen, Soldaten, Frauen, Männer und Kinder als vermisst gemeldet. Das entspricht etwa zweimal der Bevölkerung Münchens. Oder stellen Sie sich vor alle Einwohner von Köln, Frankfurt und Stuttgart sind auf einen Schlag verschwunden, nur um mal eine Vorstellung von der Zahl 2,5 Millionen Menschen zu geben. Über die Jahre kamen natürlich noch weitere Suchanträge hinzu.

Die Suchkarten wurden dann von der Bundesregierung an das Deutsche Rote Kreuz übergeben. So gelang es zum Teil erst in den 1990ern durch die Öffnung des Ostens viele dieser Schicksale zu klären, durch die Öffnung der Archive (zum Beispiel in Russland). Das bisher aus östlichen Beständen erhaltene Material ermöglicht es dem Suchdienst vom DRK jährlich zwischen 10.000 und 15.000 wartenden Angehörigen über die letzte Lebensstation ihrer Verschollenen zu informieren.

Lesen Sie Bitte hierzu auch folgenden Beitrag: Wer suchet – der findet

Wenn auch Sie etwa nach dem Verbleib Ihres Vater, Großvaters etc. suchen, sollten Sie den Nachforschungslaufbogen

nachforschungslaufbogen

ausdrucken und entweder per Fax (+49-(0)89-68074592) oder per Post an den Suchdienst senden.

DRK-Generalsekretariat
Suchdienst München
Chiemgaustr. 109
81549 München

Nach nunmehr 60 Jahren nach dem Aufruf zur Registrierung sind aber von den 2,5 Millionen Vermissten nur etwa die Hälfte der Schicksale geklärt worden.

Neben dem Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes hilft ebenso der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gefallene Soldaten zu finden.

Dieser hat auf seiner Internetseite eine Datenbank in der Sie nach gefallenen Angehörigen Suchen können. Die Datenbank umfasst über 4,5 Mio. Verlustmeldungen (Stand: 29.03.2010) und wird ständig ergänzt.

Ich wünsche Ihnen eine friedvolle Woche.

Ihre Andrea Bentschneider

1 Kommentar zu “Frieden finden…”

  1. Gebrauchtmöbel-Käufer sagt:

    Wirklich gut geschriebener und recherchierter Artikel. Theodor Heuß habe ich auch immer sehr respektiert!

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