You’re in the army now!!!

Dieses Antikriegslied von der Band Status Quo aus dem Jahr 1986 erinnert Schatzi immer an seine Bundeswehrzeit, da zum Zeitpunkt als er seinen Wehrdienst ableisten musste / durfte der Song gerade in den deutschen Charts vertreten war.

Nach 18 Monaten war es dann vorbei und der Wehrdienst abgeleistet. Schlimmer war es natürlich für die Kinder…


die im Zeiten Weltkrieg eingesetzt wurden. Als 1942 die Soldaten an der Ostfront „ausgehen“, zieht er 120.000 Soldaten aus den Diensten der Luftwaffe ab um sie gen Osten zu schicken.

Diese nun bei der Luftwaffe entstandene Lücke soll laut Überlegungen von Reichsluftfahrtminister Hermann durch Jugendliche als Hilfspersonal in der Luftwaffe gefüllt werden.

Man beruft sich auf die Notdienstverordnung vom 15. Oktober 1938. Diese besagt, dass jeder Deutsche nach Vollendung des 15. Lebensjahres zu militärischen Dienstleistungen herangezogen werden kann.

Ab dem 15. Februar 1942 werden diese Kinder im Alter von 15 und 16 Jahren zum so genannten Kriegshilfseinsatz in die Stellungen der Flugabwehrkanonen beordert bzw. bei der Marine als Marinehelfer eingesetzt. Die meisten der Kinder werden allerdings in die Flakstellungen beordert, da man nach der Niederlage im Luftkrieg über England und den Eintritt der USA in den verstärkt nun Luftangriffe befürchtet.

Die Zahl der Kinder die zwischen 1942 und Kriegsende 1945 als Luftwaffen- oder Marinehelfer eingesetzt wurden wird auf etwa 250.000 geschätzt.

Diese werden quasi zwischen Tür und Angel in die Aufgaben eingewiesen und dann mussten sie ihren Dienst leisten. Laut der Dienstanweisung Görings soll das jugendliche Hilfspersonal in den Stellungen der Flak unter anderem im Fernsprechdienst, an Funkmessgeräten, im Geschäftszimmerdienst sowie am Kommandogerät eingesetzt werden.
Aber auf an kleineren Flakgeschützen selber feindliche Flugzeuge vom Himmel holen. Im Herbst 1944 gibt es etwa 2300 Flakstellungen in denen diese Kinder als Soldaten eingesetzt sind. Zwar als Soldaten eingesetzt, leisten sie von rechtlichen Status her aber Kriegshilfseinsätze. Sie holen zwar einige Flugzeuge vom Himmel, aber diese haben keinen großen Einfluss auf das Bombardement und ändern nichts am Kriegsverlauf.

Die Wast, also die „Deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht“ in hat nach Aussage des Mitarbeiters Herrn Kirchhoff Unterlagen von Personen bis Geburtsjahrgang 1928.
Für weitere Informationen zum Thema besuchen Sie bitte deren Internetseite und lesen meinen Beitrag über meinen Besuch der Wast.

Da die Kinder offiziell keine Soldaten waren, gibt es keine Angaben viele als Luftwaffenhelfer gefallen sind, aber bei der Suche im Internet stößt man immer wieder auf Seiten, wo über gefallene Kinder-Soldaten berichtet wird.

So bin ich bei der Recherche für diesen Beitrag auf dieser Internetseite auf folgendes gestoßen:

Von der Schulbank in den Tod (Von Herrn Helmut Kirschmann, 1994, Bericht in der WZ vom 03.11.1994)

Am 3. Oktober 1943 wurden in Sanderhausen 48 Soldaten, darunter 23 Schüler aus Eschwege durch eine britische Bombe getötet.

„So ganz leise hörte ich ein Stöhnen, sah immer noch das Zappeln dieses lebendigen Trümmerhafens. Was dann geschah, das kann ich nur in einem Bild ausdrücken. In einem Kornfeld rauscht die Sense. Die getroffenen Halme neigen sich zur Seite, drängen sich zusammen, fallen nieder und bleiben regungslos liegen. Dieses Bild des Sterbens prägte sich bei mir ein: still liegen, stumm werden und regungslos bleiben.“ Roland König der dies geschrieben hat, ist einer der Überlebenden eines Bombenabwurfs, der britischen Luftwaffe am 3. Oktober 1943 in Sandershausen. 48 Soldaten starben damals, darunter waren 23 Schüler der Friedrich-Wilhelm-Schule Eschwege – 15- und 16jährige Jugendliche, die vier Wochen zuvor als Luftwaffenhelfer zur Flakstellung am Schwalbesberg/ Ecke Osterholzstraße eingezogen worden waren.

Auf dieses Thema bin ich durch zwei Dinge gekommen. Zum einem sucht ein Kunde von mir aus Süd-Afrika etwas über seinen Vater der in Hamburg als Flakhelfer gedient hat und zum anderen ist gerade im April ein Sachbuch zu dieser Thematik erschienen. Ich kenne es aus eigener Erfahrung, dass Eltern und Großeltern nur ungern über den Krieg und die Erlebnisse sprechen, daher ist es gut, das solche erscheinen, da man dann einen Augenzeugenbericht hat, der die Gefühle und Ängste schildert.

Der Hamburger Günter Lucks schildert hier wie er als 16-Jähriger von der SS rekrutiert und an die Front bei Wien geschickt wird . Das Kind kämpft und tötet – und gerät in russische Gefangenschaft. Eine jahrelange Odyssee durch zahlreiche Lager beginnt – und eine unglaubliche Geschichte, die in Moskau in eine große, tragische Liebe mündet …

Günter Lucks, Harald Stutte – Ich war Hitlers letztes Aufgebot
Meine Erlebnisse als SS-Kindersoldat

ca. 256 Seiten – € 8,95

ISBN 978-3-499-62589-3

Seit dem 12. Februar 2002 ist gemäß UN-Kinderrechtskonvention der Missbrauch von Kindern als Soldaten verboten. Leider hat sich die Zahl der Kindersoldaten seither kaum verändert. Immer noch werden etwa 250.000 Kinder in den Kriegen der Erwachsenen ausgenutzt.

Weltweit haben sich Organisationen unter dem Zeichen der Roten Hand zusammen geschlossen, um diesem Wahnsinn (eigentlich ist jeder Krieg Wahnsinn) ein Ende zu setzten.

Diese Aktion hat weltweit prominente Mitstreiter. Hier bei uns unter anderem unser Bundespräsident und Wolfgang Niedecken von .

Hier folgt ja nun eigentlich immer ein lustiger Schluss, aber bei diesem Thema gibt es gar nicht lustiges!!!

Andrea Bentschneider

1 Kommentar zu “You’re in the army now!!!”

  1. Egal sagt:

    Your in the Army now ist NICHT von Status Quo!!! Die haben es nur nd schlecht nachgespielt!

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