Damdadadamdadadamdadadamda Bonanza!

… oder Schatzi und sein Pferdegestüt. Der Opa von Schatzi hat immer erzählt, dass die Familie ein Pferdegestüt vor den Toren Königsberg besessen habe. Und was haben die Forschungen ergeben?

Es war eher ein „Kleinstbauernhof“ mit einem alten Ackergaul, 1 Schwein und 4 Hühner. Tja, Familiengeschichten!

Ich habe gerade einen Fall abgeschlossen wo es um ähnliches ging. Der Vorfahr meiner Kundin ist in die ausgewandert und „hat es dort zu etwas gebracht“. Das geht zumindest aus den Briefen die er an die in Deutschland verbliebene Rest-Familie geschickt hat hervor.

Er hätte Land gekauft und sei nun „Farmer“.

Lange Geschichte kurz erzählt:
Nix da, er hat sich seinen Lebensunterhalt in New York als Hafenarbeiter verdient. Wahrscheinlich war es ihm zu peinlich zuzugeben, das aus den großen Träumen von Land, Geld und einem wohlhabenden Leben als Farmer nichts geworden ist.

Auf ancestry.com oder über die Deluxe International Mitgliedschaft auf ancestry.de kann man nämlich nachsehen, wer in welchem Jahr wieviel Land erworben hat.

Mit dem sogenannten „Homestead Act“ erlaubte die Regierung der USA ab 1863 jeder Person über 21 Jahren Land zu erwerben. Man suchte sich ein Stück Land aus, musste dies 5 Jahre bewirtschaften und dann gehörte es der Person. Man konnte eigentlich maximal 160 acre erwerben (das sind umgerechnet so etwa 484.000 qm oder 90 Fußballfelder). Wenn man das Land früher sein eigen nennen wollte, konnte man dies durch eine damalige Zahlung von US$ 1,25 pro acre und besaß dann bereits nach 6 Monaten sein Land.

Natürlich gab es auch Gebiete wo so recht niemand hinwollte. Als die Siedler dann fast das Land bis hin zu den trockenen Gebieten östlich der Rocky Mountains besiedelt hatten, bot man in diesen trockenen Gegenden den Siedlern bis zu maximal 640 acre Land an.

Zurück zu Bonanza, der Familie Cartwright die ja bekanntlich für Recht und Ordnung im  „Wilden Westen“ sorgten. Und die Ponderosa Farm, die von Papa Benjamin „Ben“ Cartwright und seinen 3 Jungs bewirtschaftet wurde…

OK, das ganze war natürlich nur Fiktion, obwohl ich habe mich mal in den erwähnten  „U.S., Indexed County Land Ownership Maps, 1860-1918“ Listen umgesehen und dort gibt es tatsächlich einen Benjamin Cartwright.

Der hat im Jahr 1873 150 acre im Staate Michigan erworben, genauer gesagt in der Stadt Davison. Wenn man sich nun die Homepage der Stadt ansieht  erfährt man, dass bereits 31 Jahre bevor Ben sein Land erwarb, eine Person namens Eleazer Thurston sich als erster dort niedergelassen hat. Allerdings sind auch nicht viele hinzugekommen, denn dort leben nur etwas 5.500 Personen. Ob immer noch ein Nachfahre des Herrn Cartwright dort lebt, habe ich auf die schnelle nicht herausbekommen.

Aber so könnte man feststellen, ob ausgewanderte Vorfahren wirklich Land in den USA erworben haben. Nachdem ich Schatzi dies abends erzählt habe, hat er natürlich gleich nachgesehen, ob jemand aus seiner Familie in den USA Land erworben hat und sich somit die Geschichte mit dem Pferdegestüt doch noch bewahrheitet. Leider nicht!!! Also nur eine der berühmten Familiengeschichten!!

Er war dann aber so fasziniert von den Listen auf ancestry, dass er noch mehr Information zu Ben Cartwright suchte. Er fand diverses, aber am interessantesten fand er die Eintragungen die den englischen Strafakten zu entnehmen sind. Auch dort findet sich „ein“ Ben Cartwright:

Schatzi vermutete, das dieser nach Verbüßung seiner 7 Jährigen Haftstrafe eventuell nach Amerika ausgewandert ist und dort dann Land erworben hat.
Nach weiteren 5 Minuten Suche musste er dann feststellen, das der englische Ben wohl wirklich ein schlimmer Finger war, denn bei seiner nächsten Verurteilung lautete das Urteil:

Naja, der war es dann wohl nicht, der das Land erworben hat.

Ihre Andrea Bentschneider

PS: Von meinen 1866 in die USA ausgewanderten Vorfahren hat auch niemand ein Stück Land auf dem Lande erworben, sie sind alle in New York geblieben.

PPS: Nehmen Sie Familiengeschichten als einen Hinweis, aber nicht für sicher und belegt!!!

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