Als Ahnenforscher lernt man…

…die Welt kennen!!!

Ich habe für einen Kunden aus England seine jüdischen Vorfahren erforscht und was bekomme ich nun von ihm zugeschickt? Einen Zeitungsartikel, wo der Besuch von ihm und seiner Frau in Deutschland erwähnt ist. Die beiden waren in Montabauer (liegt in Rheinland-Pfalz) und haben dort weitere Spuren ihrer Vorfahren gesucht und teilweise gefunden.


Quelle: Herr Stern, aber war wohl in der Rhein Zeitung, denn…

… aber den Artikel gibt es scheinbar nicht mehr online.

OK, ich habe für Herrn Stern nicht in Montabauer und Umgebung geforscht, sondern im heutigen Iława, was wahrscheinlich besser bekannt ist unter dem Namen Deutsch-Eylau. Das liegt / lag in Westpreußen und wir haben dort für Herrn Stern auch noch diverse Unterlagen, sprich Urkunden seiner Vorfahren finden können.

Tja, es wäre nett gewesen, wenn er auch mich im Zeitungsinterview erwähnt hätte. Aber er plant für das Jahr 2011 eine Reise nach Polen und wenn er dort dann interviewt werden sollte, wird er mich sicherlich erwähnen.

Also man kommt ganz schön herum als Ahnenforscher. Ganz früher sind die Vorfahren ja meist nicht aus Ihrem Dorf herausgekommen. Und wenn, dann nur um eine Frau oder einen Mann aus dem Dorf nebenan zu heiraten. Ständige Umzüge wie es heute aus der beruflichen Situation oft notwendig ist, gab es damals nur sehr, sehr selten.

Das ganze mit dem „ich ziehe dann mal um“ begann erst mit dem Start der , also die Jahre so zwischen 1830 Jahren und 1875. Davor wohnten die meisten Personen ja auf dem Lande und bestellten dieses. Erst mit der einsetzenden Landflucht kam auch die „Umzugswelle“ ins Rollen. Also wenn man in der Forschung die Jahre um 1830 erreicht hat, findet man in der Regel die vorherigen Generationen auch im selben Ort. Aber Ausnahmen bestätigen auch hier ab und zu die Regel.

Doch zurück zu den Friedhöfen.

Der Unterschied zwischen jüdischen Friedhöfen und den christlichen Friedhöfen ist folgender: Das jüdische Grab wird von den Gemeinden nicht eingeebnet und der Grabstein bleibt bestehen. Wie ich bereits im Beitrag Friedhof berichtet habe „mietet“ man ja nur die Grabstelle. Wird die Mietzeit nach Ablauf dann nicht verlängert, erfolgt dann eine Neubelegung. Das geschieht frühestens nach 25 Jahren. Der alte Grabstein kann von den Nachfahren natürlich abgeholt werden, aber zu 99,99999% werden die alten Grabsteine vernichtet.

In kleinen Städten allerdings finden sich oftmals viele der alten Steine, da dort nicht so ein Platzmangel herrscht wie in den Großstädten. Hier hilft oftmals ein Anruf bei der zuständigen Friedhofsverwaltung. Die können genau Auskunft geben ob Gräber / Grabsteine noch vorhanden sind.

Ihre Andrea Bentschneider

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