Tari Tara die Post ist da

Manchmal begegnen einem bei der Ahnenforschung auch kuriose, unglaubliche Geschichten aus der Vergangenheit. Das folgende Beispiel zeigt einmal mehr, dass die USA wahrhaftig ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten sind. 1913 und 1914, kurz nach der Einführung des postalischen Paketservices, war es noch möglich bzw. nicht explizit verboten, Kinder per zu schicken.

Ab dem 01. Januar 1913 konnten in den Vereinigten Staaten auch Pakete per Post geschickt werden, das Angebot wurde von den Amerikanern gut aufgenommen – allein innerhalb der ersten sechsten Monate wurden 300 Millionen Pakete versandt.

Pakete zu verschicken war also ein Novum. Anfangs war den Zeitgenossen nicht ganz klar, wie weit dieser Service reichte. Es wurden sogar Kartons produziert, um Eier zu verschicken, um so z. B. von St Louis, Missouri ins 43km entfernte Edwardsville, Illinois geschickt zu werden. Die Eier kamen sogar zurück nach St Louis – und zwar in Form eines frisch gebackenen Kuchens.

Eine Bestimmung der Post war es, dass ein Paket maximal 50 Pfund wiegen durfte. Die Bestimmungen zur Beförderung von Paketen wiesen anfänglich offensichtlich auch noch einige Lücken auf, die dann auch sogleich ausgenutzt wurden. Es stand nirgendwo geschrieben, dass Kleinkinder nicht per Post geschickt werden konnten. Mit Kindern zu reisen, ist anstrengend und Fahrkarten für die Eisenbahn teuer, so entschieden sich nachweisbar zumindest zwei Familien dazu, ihr Kind per Post zu Verwandten zu schicken, denn die Briefmarke war günstiger als ein Ticket für die Eisenbahn.

Ein solches, seltsam anzumutendes „Paket“ wurde am 19. Februar 1914 von Grangeville, Idaho nach Lewiston, Idaho versandt. Die beiden Orte liegen etwa 116 km auseinander.Das Paket wog 48,5 Pfund und war damit knapp unterhalb des Limits von 50 Pfund für Pakete. Der Inhalt war May Pierstorff, ein kleines fünfjähriges Mädchen.

Ihre Eltern schickten May wortwörtlich, um ihre Großeltern zu besuchen. May wurde tatsächlich mit der Eisenbahn transportiert, sie saß allerdings nicht wirklich in einem Karton, aber an ihrem Mantel war eine 53 cent-Briefmarke angeheftet. Sie musste die ganze Strecke in dem Postwaggon der Eisenbahn zwischen all den Briefen und Paketen sitzen. In Lewiston wurde sie dann von dem Postmann an die Adresse ihrer Großmutter ausgeliefert und ihr übergeben.

Nachdem Geschichten wie diese zu dem Postminister durchgedrungen waren, änderten sich schließlich auch die Vorschriften zur Paketbeförderungen durch die Post: Explizit wurde nun das Verschicken von Kindern mit der Post verboten.

Was lernen wir: Die Menschen sind blöd!

Achtung, bald ist Weihnachten, bitte keine Kinder oder Tiere (lebendige) versenden.

Ihre Andrea

1 Kommentar zu “Tari Tara die Post ist da”

  1. Friedhelm Jaeger sagt:

    Halle Ihr Macher,
    mein erster Eindruck ist leider gewollt und nicht gekonnt. Muß alles so an den linken Rand geknallt werden, das man es kaum lesen kann ?
    Wozu ist eigentlich der senkrechte Strich vorhanden, wenn die Schrift schon vorher anfängt und darüber hinaus geht.
    Finde ich unschön, aber das ist ja Geschmackssache – oder ?
    Nichts für ungut, eventuell läßt sich das doch noch etwas schöner darstellen.
    Friedhelm jaeger – Köln
    Aber wir haben ein Stadtarchif das man versenken konnte !

Kommentieren