Korinthenkacker

Erbsenzähler, Krümelkacker, Nietenpflücker, Beckmesser usw. Diese Bezeichnungen werden umgangssprachlich für pedantische, kleinliche Menschen verwendet.

Aber woher kommt Korinthenkacker? Wie oftmals gibt es auch hier verschiedene Aussagen. Am besten gefällt mir diese:

Der alte Philosoph Diogenes lebte ja zuletzt in einer alten Tonne in Korinth. Da Philosophen ja bekanntlich nicht viel zu beißen haben, hat er auch die kleinsten… ähhh… Ködel gemacht.

Auch interessant: Laut einem Urteil des Amtsgerichtes Emmendingen im Zusammenhang mit der Erteilung eines Strafzettels stellt „Korinthenkacker“ keine Beleidigung im strafrechtlichen Sinne dar.

Was hat DAS bitte mit Familienforschung zu tun, werden sich nun einige Fragen???

Wenn Sie diesen Blog regelmäßig seit 2007 (ohhh Jubiläum) lesen, wissen Sie ja bereits, dass es immer kurze Bonmots als Einführung gibt.

Worauf ich hinaus will ist folgendes:

Wie beim Korinthenkacker gibt es oftmals viele Erklärungen woher etwas kommt, aber oftmals auch Rätsel.

Dies ist auch in der Familienforschung und von Personen so.

Die Schwester von Ralf aka Schatzi wird von jedem Jule genannt. Wenn in 157 Jahren irgendein Nachfahr sich dann auf die Suche nach der Geburtsurkunde von Jule XX macht, wird er nicht fündig werden.

Der Papa wollte eine Julia, die Mutter eine Sabine oder Petra. Der Vater gab nach, aber nannte die Tochter immer Jule oder Julchen. Und das ist bis heute so. Petra steht nur noch auf der Visitenkarte.

Ich erinnere mich noch an einen Fall den ich in 2016 lösen konnte. Dort suchte ein deutscher Kunde die Geburt von einem Wilhelm Friedrich Meyer.

Meyer… wie ausgefallen… da aber Geburtsort und Datum bekannt warn, sollte es ja nicht so schwieig sein. Aber in der angegebenen Großstadt gab es keine Geburtsurkunde dieses Jungen. Zwar diverse Wilhelm Friedrich Meyer auch in dem angeblichen Geburtsjahr, aber die Eltern stimmten nicht.

Da die Familie oft umzog, habe ich es auch in dem nächstem Wohnort versucht, da die Geburt zwischen zwei Wohnortwechseln lag. Nichts zu finden.

Über eine alte Einwohnermeldekarte aus dem übernächsten Wohnort (in den vorherigen waren diese durch den Krieg zerstört) wurde ich dann fündig.

A.) Das Geburtsjahr stimmte nicht (man hatte sich um zwei Jahre vertan), aber Datum und Eltern passten.

B.) Der Junge hieß gar nicht Wilhelm Friedrich, sondern Christian Friedrich.

Um eine lange Geschichte kurz zu machen. Es gab neben Christian Friedrich auch den Zwillingsbruder Wilhelm Friedrich, der aber kurz nach der Geburt verstarb. Warum Christian Friedrich dann immer nur Wilhelm Friedrich genannt wurde, bleibt wohl eines der Rätsel in diesem Fall.

PS: Wo wir gerade bei den Meldekarten waren. Nächste Woche mehr darüber.

Ihre Andrea Bentschneider

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