Immer nur Lachs…

… ist auf Dauer auch langweilig. Warum eigentlich nicht mal einen weiteren Gastschreiber?

Gesagt-Getan ! Also wird hier nun der angekündigte Gastbeitrag von Timo Kracke:

Twitter und Genealogie

Soziale Netzwerke sind auf dem Vormarsch – über facebook, meinVZ, Lokalisten bis hin zu Twitter.
Wenn die meisten sozialen Netzwerke drauf abzielen eigene Profile mit “Lebenslauf”, Bildern, Links, Statusmeldungen usw. einzustellen um mit alten und neuen Freunden in Kontakt zu bleiben ist Twitter als Microblogging-Dienst bekannt geworden.

Was aber kann, bzw. macht Twitter denn eigentlich?
Am besten lässt es sich wie ein persönlicher Nachrichtenkanal erklären der Meldungen von Freunden, Bekannten, Magazinen, TV-Sendern usw. führt und nach den eigenen Wünschen zusammengestellt wird.

Wenn man als Benutzer bei Twitter angemeldet ist, was übrigens kostenlos ist, gelangt man an die Stelle wo die ersten Freunde oder Informationsdienste zum eigenen Kanal (Timeline) hinzugefügt werden. Wenn man jetzt auf seine eigene Twitter-Startseite surft werden chronologisch alle Meldungen der abonnierten Tweeps (Schreiber bei Twitter) angezeigt. Je nachdem was für Tweeps abonniert wurden lassen sich dort Meldungen über das aktuelle Wetter, Zeitgeschehen, Witzige Sprüche oder den persönlichen Alltag der Tweeps lesen.
Natürlich lassen sich auch eigene Statusmeldungen verfassen, die auf maximal 140 Zeichen begrenzt sind, die dann in der Timeline der Abonnenten des eigenen Zugangs angezeigt werden. Somit ist Twitter als ein Nachrichtendienst für private und kommerzielle Nachrichten die genauso in einer Konversation landen können.

Als Microblogging-Dienst wird Twitter bezeichnet, da die Tweeps nur in sehr kurzen Sätzen von sich oder ihrem Hobby berichten und nicht wie in “herkömmlichen” Blogs längere Artikel schreiben.

Mehr über Twitter auf Wikipedia

Twitter Ansicht

Als angemeldeter Benutzer erscheint bei Twitter die eigene Timeline als Hauptbildschrim, wobei sich noch zusätzliche Einstellungen, wie das eigene Profil oder individuelle Hintergründe usw. machen lassen. Über die Schaltfläche “Leute finden” lässt sich im Verzeichnis von Twitter nach Nutzern und Namen suchen und so interessante Leute der eigenen Timeline hinzufügen.

Twitter Startseite der eigenen Timeline (Kanal)

Auf der rechten Bildschirmseite finden sich dann noch die Schaltflächen für den täglichen Gebrauch wie:

  • Erwähnen
    Erwähnungen in der Twitter-Welt sind per @benutzername möglich. Alle so genannten Benutzer werden in der Nachricht automatisch als Link angezeigt und der jeweilige Benutzer kann diese Erwähnungen über seine @benutzername-Schaltfläche aufrufen.
  • Direktnachrichten
    Direktnachrichten sind wie der Namen schon sagt Nachrichten die nicht über die Timeline, sondern direkt von Benutzer zu Benutzer geschickt werden. Dies ist allerdings nur möglich, wenn der anzuschreibende Nutzer einem auch folgt.
  • Favoriten
    In dem Bereich Favoriten lassen sich einzelne Tweets von Benutzern ansehen die der Benutzer beim lesen als ebensolche gekennzeichnet hat. Einen Tweet als Favoriten kennzeichnen lässt sich ganz einfach durch einen klick auf den Stern hinter der jeweiligen Nachricht. Auf diese Weise lassen sich auch Nachrichten kennzeichnen die man später einmal in Ruhe lesen möchte.
  • Retweets
    Als Retweets bezeichnet man Nachrichten die bereits ein anderer Benutzer geschrieben hat, die aber von einem selbst oder einem Benutzer dem man folgt erneut an seine Follower (die Personen die meinen Nachrichten folgen) geschickt hat.

Ein einzelner Tweet ist wie folgt aufgebaut. Vorangestellt ist das aktuelle Benutzerbild mit dem Benutzernamen des Autor der Nachricht und dann folgt die Nachricht selbst. Unterhalb der Nachricht sind dann noch Zusatzinformationen, wie Uhrzeit und ob der Benutzer die Nachricht im oder mit einem Zusatzprogramm geschrieben hat, angezeigt.

Tweet von genblogsDE mit Verweis auf den Autor genkracke
Tweet von Familienwappen mit den Schaltflächen Reply (für Antwort) und
Retweet (um die Nachricht erneut an seine eigenen Abonnenten zu schreiben)

Bezug zur Genealogie

Einige Genealogen werden wohl sagen, ich bin ganz gut “auf Spur” mit meiner Forschung und guten Zugriff auf Archive oder Datenquellen habe ich auch – einen direkten Bezug zu Genealogie hat die Plattform Twitter natürlich nicht. Allerdings ist Twitter ein Medium was es ermöglicht schnellen und kurzfristigen Kontakt zu anderen Forschern oder Gruppen herzustellen und um Informationen gebündelt lesen zu können.
Vor einigen Jahren sind eigentlich alle Genealogen auch komplett ohne Internet und Online-Datenbanken ausgekommen, trotzdem sind diese wertvolle Ergänzungen zur Forschungsarbeit geworden.

Für die Genealogie bietet Twitter die folgenden Möglichkeiten

Ergebnisse präsentieren

Jeder Genealoge wird es kennen, es sind neue Zusammenhänge hergestellt worden, neue Dokumente oder Bilder aufgetauchte und die Informationen in die eigene Forschung eingeflossen und evtl. die eigene Internetseite aktualisiert worden.
Typisch für Twitter sind daher Statusmeldungen wie diese:

{ Website Update } Neue Daten zu Familie Kracke aus Harpstedt – mehr dazu hier: www.kracke.org/whatsnew.php

Gemeinsame Dinge organisieren

Die Statusmeldungen lassen sich innerhalb von Gruppen (mehrere Personen arbeiten an einem Projekt oder ähnlichen) auch dafür verwenden um Dinge zu organiseren oder den Gruppenteilnehmern mitzuteilen, dass eine Aufgabe abgeschlossen ist – wie bei einer herkömmlichen Email, nur schneller und an vordefinierte Empfänger.

Fragen an die eigenen Follower stellen

Ähnlich wie in Mailingslisten oder Foren lassen sich aber auch Fragen an die Follower stellen, die diese dann wieder per Retweet an ihre Follower weitergeben können.

Kennt jemand einen Forscherkollegen der in den ehemaligen deutschen Gebieten forscht? Bin neu dort und könnte ein paar Tipps gebrauchen – Danke!

Durch die Schnelligkeit von Twitter können Fragen so sehr schnell an helfende Hände gelangen die dann ggf. wieder über “herkömmliche” Email und so weiter kommunizieren.

Listen folgen

Um einen guten Einstieg zu interessanten Leuten zu bekommen bietet es sich an den Twitter-Listen zu folgen. Twitter-Listen sind von Twitter-Benutzern erstellte Listen die für sie interessante Leute enthalten und meistens über ein gemeinsames Thema (wie eben die Genealogie) twittern.

Als Beispiele seihen hier

genannt.
Genauso einfach wie man Personen/Tweeps folgen kann lässt sich auch per klick einer Liste folgen und diese jederzeit aktuell zur Verfügung haben.

komprimierte Informationen lesen

Ähnlich wie in Listen vorselektiert, lassen sich im eigenen Nachrichten-Kanal (Timeline) die selbst gewünschten Meldungen durch hinzufügen von Personen erweitern und wirklich nur Nachrichten aufrufen die den persönlichen Interessen entsprechen.

Blogs folgen

Natürlich kann man Blogs oder anderen Informationsquellen in den meisten Fällen per RRS-Feed (RSS-Feed im Wikipedia) folgen und wird so über Neuigkeiten informiert. Auf Twitter werden Neuigkeiten in Blogs in den meisten Fällen aber zusätzlich mit einem Tweet zum neuen Eintrag veröffentlicht und es lassen sich so viele eingerichtete RSS-Feed durch einen Twitter-Benutzer abfangen und laufen so gebündelt und sortiert im eigenen Nachrichtenkanal ein.

Favoriten

Durch die Fülle an Informationen kann es passieren, dass man bei eine grossen Zahl von Personen/Tweeps ein wenige den Überblick verliert und interessante Artikel evtl. nicht sofort lesen kann.
Hierzu hat Twitter eine eigene Favoriten-Verwaltung. Hinter dem Tweet lässt sich das Sternchen aktivieren und alle markierten Tweets sind somit in einer gesonderten Übersicht abrufbar.

Fazit

Auch in Anbetracht dieser Möglichkeiten muss jeder Genealoge noch für sich entscheiden ob er sich mit einem neuen, sehr schnelllebigen Medium anfreunden möchte oder überhaupt kann.
Für mich persönlich brachte der Umgang mit Twitter im Alltag eine Erweiterung meiner Sichtweise, tolle neue Kontakte und viele weitere Informationsquellen zu herkömmlichen Medien – und ist somit für mich einen Besuch wert …

- Timo Kracke @genkracke

~ Über den Autor ~

Timo Kracke

ist 35 Jahre alt, Familienvater, Genealoge, Autor, Blogger, Musik- und Computer Fan und erforscht seit 1997 seine eigene Familie in Deutschland, Niederlande, Polen, Tschechien und den U.S.A. und berichtet in seinem Blog über die Familienforschung und Genealogie im allgemeinen.

Timo Kracke ist Mitglied in verschiedenen genealogischen Vereinen und arbeitet ehrenamtlich an der Erstellung des Ortsfamilienbuch Harpstedt mit.

Email timo@kracke.org ~ Internet www.kracke.org ~ Blog www.kracke.org/blog
facebook facebook.com/timo.kracke ~ twitter twitter.com/genkracke

Danke Timo und allen Lesern ein schönes Wochenende.

Andrea Bentschneider

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