Graf, Baron und Freifrau von…

„Guden Tag, meine family gehorte zu der deutsches Adell.“

So fing die E-Mail an, die ich letzte Woche von Mrs. Smith (nenne ich jetzt mal so) aus den USA bekam. Wie sooft stellte sich sehr schnell heraus, dass dem nicht so war. Die Familie hatte nur ein „von“ im Nachnamen und der wurde bereits kurz nach der Ankunft in den Staaten abgelegt. Nun wollte die Dame wissen, ob sie den wieder von Smith heißen dürfe? Tja gute Frage, am besten mal die Behörden in den USA fragen.

Adelstitel sind in Deutschland offiziell im Jahre 1919 durch die Weimarer Reichsverfassung abgeschafft worden. Sie sind heute nur noch Bestandteil des Nachnamens. Ich kann mich aber noch gut an Hans-Hermann Weyer, den so genannten „schönen Konsul Weyer“ erinnern, der Adelstitel verscherbelte.

Will ich auch haben…

Wo sieht man also heutzutage als erstes nach? Bei Ebay:

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ADELSTITEL = Irischer oder Schottischer LORD= z. B. LORD of CAMBRIDGE, KINGSWOOD, ROSCOMMON etc.

Steigern Sie Ihr Prestige und Ansehen. Werden Sie schnell und unbürokratisch zum:

Lord of Cork*, Lord of Brideswell*, Lord of Leitrim*, Lord of Jura Island**

Lord of Roscommon*, Lord of Kingswood***, Lord of Sherwood Forest***

* Irland ** Schottland *** England

Unter diesen zahlreichen Titeln können Sie wählen. Die Damen unserer Gesellschaft erhalten den Titel Lady of …

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Und wie günstig: Das Ganze soll nur Euro 29,90 kosten. OK ich müsste noch Euro 10,00 für mich drauflegen, damit Schatzi „Lord of Sherwood Forrest“ und ich Lady of the Wald werden, aber dann könnten wir Robin Hood und Marianne spielen… Wir bräuchten nur noch einen Sheriff von Nottingham.

Wenn man bei google “Adelstitel kaufen“ eingibt, erscheinen tatsächlich 49.700 Ergebnisse.

Obwohl der Verkauf von solchen Titeln in Deutschland offiziell verboten ist, gibt es trotzdem einen entsprechenden Markt. Agenturen offerieren jegliche Arten von Titeln, und locken damit zahlungskräftige Kunden an.

Um wirklich einen „richtigen“ Titel zu erhalten gibt es drei Möglichkeiten. Zur Auswahl stehen die Geburt in eine adlige Familie, denjenigen, denen diese Möglichkeit verwährt blieb, bleibt Adoption oder die Heirat. Nur auf diesem Wege ist es möglich einen Adelstitel zu erhalten und führen zu können bzw. zu dürfen. Oder man legt sich einfach einen Künstlernamen zu, der ist dann zwar nicht wirklich ein Titel, aber ich könnte mich ja „Baroness Andrea von und zu und auf und davon“ nennen.

So, da ich bereits verheiratet bin und auch keine neuen Adoptiveltern haben möchte, (ich bin mit den meinigen voll und ganz zufrieden), bleibe ich bei meinem Namen.

Liebe Grüße und Spaß beim Forschen,

Ihre Andrea Bentschneider

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1 Kommentar zu “Graf, Baron und Freifrau von…”

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