1. Beitrag: Träumereien von hugenottischen Vorfahren und einem Schloss an der Loire

Schon 1989 hatte ich angefangen, andere Andracks in Deutschland zu suchen, hatte aber nur eine Handvoll Träger dieses Namens in West-Berlin entdecken können. Ich besuchte diese Berliner Andracks und erkundigte mich nach ihren Wurzeln, um eventuell Querverbindungen zu meinem Urgroßvater Eduard herstellen zu können.
 
Die Bus-Andracks stammten von Windmüllern im Brandenburgischen ab, die wiederum – so wurde vermutet – womöglich holländische Vorfahren hatten. Diese Rechnung ging auf: Mühlen + Wind = Holland! Und wahrscheinlich waren den niederländischen Andracks die Deiche zu unsicher gewesen oder der Gulden zu schwach oder die Tulpen zu rot, ist ja auch egal, auf jeden Fall hatten sie anscheinend nach Brandenburg »rübergemacht«. Diese holländischen Wurzeln konnten auch meinen dunklen Teint erklären und erst recht das Aussehen meines Cousins Carsten, der fast schon eine indisch anmutende Hautfärbung hat. Könnte das nicht ein Hinweis auf die Beimischung holländischer Kolonialprovinzen sein? Waren wir die entfernten von Frau Antje, die eine Verbindung mit den Vorfahren von Ruud Gullit und Frank Rijkaard eingegangen war?

Die mögliche Sumatra-Connection passte eigentlich hervorragend zu der Geschichte, dass mein Großvater in den 1960er-Jahren in Trier einem Franzosen namens Andrac begegnet war. Denn wer war in Scharen nach Holland und Brandenburg seit 1685 geflohen? Klar, die ! Ich sah mich als ein Nachfahre des wohl ehemals berühmten Hugenottengeschlechts der D’Andracs. Diese Hugenottenspur, an der es überhaupt keinen Zweifel gab, würde mich in ein paar Jahren, wenn die Abstammung geklärt wäre, zu meinen Schlössern an der Loire führen. Und dann würde ich sagen: »Voilà, Monsieur Franzosenschlächter und Hugenottenvertreiber: Her mit den Schlüsseln. Lange genug hast du mich und meine Vorfahren um unser rechtmäßiges Erbe betrogen. Verpiss dich, dieses Schloss geht wieder in den Besitz der D’Andracs über!«
Die Erbstreitigkeiten mit den Berlinern Andracks wären schnell beigelegt: Der eine nimmt den West-, der andere den Ostflügel, oder so.

Ihr

Nächsten Donnerstag geht es weiter mit dem 2. Beitrag: Was es mit dem Namen Andrack und dem Andreas auf sich hat.

2 Kommentare zu “1. Beitrag: Träumereien von hugenottischen Vorfahren und einem Schloss an der Loire”

  1. Rund um die Ahnenforschung sagt:

    Manuel Andrack bei Abenteuer Ahnenforschung…

    Die Kolumne von Manuel Andrack bei Abenteuer Ahnenforschung hat jetzt begonnen, die erste Folge ist am Donnerstag erschienen (allerdings ein Ausschnitt aus seinem Buch). Die Serie wird wohl immer am Donnerstag fortgesetzt, das ist doch mal ein weiterer…

  2. John Doe's personal blog sagt:

    Manuel Andrack bei Abenteuer Ahnenforschung…

    Die Kolumne von Manuel Andrack bei Abenteuer Ahnenforschung hat jetzt begonnen, die erste Folge ist am Donnerstag erschienen (allerdings ein Ausschnitt aus seinem Buch). Die Serie wird wohl immer am Donnerstag fortgesetzt, das ist doch mal ein weiterer…

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