Nee is nich…

War die freundliche Antwort eines Mitarbeiters eines Archivs (wo ich letzte Woche zum Forschen war) auf meine Frage, ob ich im Archiv digital fotografieren dürfte.
Ah ja, gibt es denn die Unterlagen bereits digitalisiert?
Nö, gibt es nich…
Also gibt es bei Ihnen nur die Originale?
Japp, nur die.
Kann man davon eine Kopie anfertigen?
Nö, ist nicht mehr erlaubt.

Danke für’s Gespräch.

In diesem Archiv hatte man das Kopieren abgeschaftt, weil es die Originaldokumente auf Dauer beschädigt. Und das Fotografieren wurde verboten, weil jemand auf die „schlaue“ Idee gekommen ist, die gesamten Bestände zu fotografieren und dann versucht hat, diese Bestände über Ebay und Co. zu verkaufen. Das ist natürlich auch nicht Sinn der Sache.

Aber wie der Einsturz des Kölner Stadtarchivs zeigt, ist das Ablichten von Dokumenten durch uns Forscher vielleicht doch nicht so falsch. Allerdings zahlte man in Köln eine Gebühr von Euro 2 für ein Digitalfoto, das mit der eigenen Kamera gemacht wurde. In München gibt es eine Institution, wo eine Kopie von einem Reader-Printer Euro 6 (sechs!!!) kostet.

Da in Kölle viele unwiderruflich zerstört wurden bzw. die Restaurierung Jahre oder Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird, wird nun folgendes versucht: Prometheus – Das verteilte digitale Bildarchiv für Forschung & Lehre e.V., versucht nun von Forschern und Wissenschaftlern digitalisierte Dokumente online zu sammeln und somit eventuelle Verluste zu „ersetzten“ und Forschern wieder zugänglich zu machen.


Bildquelle: http://www.historischesarchivkoeln.de/

Wie man unschwer erkennen kann, sind etliche Dokumente wohl komplett zerstört worden und unter dem Slogan:

„Helfen Sie mit! Haben Sie Abschriften, Kopien, Mikrofilme oder sogar digitale Fotografien von Kölner Beständen? Tragen Sie Ihre vorhandenen Bestände ein.“

wird daher probiert, so viele Dokumente wie möglich zusammen zu bekommen.

Also wenn auch Sie Dokumente aus Köln haben, helfen Sie mit. Die Uploadmöglichkeiten und weitere Informationen finden Sie unter:

http://www.historischesarchivkoeln.de/

PS: Ich hoffe ja mal, dass viele ihre Bilder schicken, obwohl ich ja die Befürchtung habe, dass bei den oben genannten Preisen eher selten Personen Teil- oder ganze Bestände abgelichtet haben. Aber nachher ist man ja immer schlauer, also liebe Archive: Fotografieren ist nicht nur für uns Forscher nützlich und man sollte überdenken, ob man fotografieren pauschal verbietet oder solch hohe Preise nimmt.

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