Jede Medaille hat zwei Seiten

Ich weiß ja, das Eigenlob stinkt, aber es ist Teil der Geschichte. Ich bekomme  ja auch recht viele Anfragen aus Brasilien und Chile von Personen, die mehr über ihre aus Deutschland stammenden Vorfahren wissen möchten.

Prinzipiell ja kein Problem wenn der jenige wenigstens ein paar Information über seinen Vorfahren kennt. Leider ist oftmals nur der Name der Person bekannt und kein Geburtsort oder Geburtsdatum. Aber es gibt auch Fälle in denen ich mit nur wenigen Angaben helfen kann. Ich erinnere mich an den Fall von Pedro S. aus B. (Name von der Redaktion geändert…das wollte ich schon immer mal schreiben). Der gute Pedro kannte jedenfalls nur den Namen des Vorfahren: Enrique R., also wahrscheinlich ein geborener Heinrich R. Pedro hat mir  freundlicherweise mit der Anfrage noch ein Bild von dem guten Mann mitgeschickt. Pedro wollte nun wissen, ob ich anhand dieser Daten die Geburtsurkunde des Enrique besorgen könnte.

Tja, ist schon ein stattlicher Kerl gewesen der Heinrich, hilft aber nicht wirklich weiter, denn wie ja allgemein bekannt ist, gibt es leider noch kein Amt in Deutschland wo man aufgrund eines Vor- und Nachnamens den Geburtsort erfährt. Und mit Hilfe eines schon gar nicht.

Die Suche von Heinrich nach eventuellen Angaben in der Sterbeurkunde von Enrique brachte leider auch keinen Hinweis.

Ich habe dann Pedro gefragt, ob nicht eventuell etwas auf der Rückseite des Fotos stehen würde?  Er schrieb zurück: Wisse er nicht, das Bild sei schließlich gerahmt, aber er würde mal nachschauen….

Simlalabim:

Das Foto ist also in Hamburg auf der Reeperbahn aufgenommen worden. Laut Foto wurde das Fotoatelier 1889 auf dem Kiez eröffnet. Zu dieser Zeit entwickelte sich die Reeperbahn zur Amüsiermeile für See- und auch Sehleute, den die Hamburger waren schon immer ein amüsier freudiges Völkchen. Da hat sich Herr Wettern wohl gedacht, dass er „’ne Mark fufzich“ verdienen kann.

Wenn man davon ausgeht, das der gute Heinrich auf dem Foto so um die 50 Jahre alt ist… Moment kurz rechnen…1889-50= 1839.

Da es in Hamburg Standesämter erst ab 1876 gab, würde sich ein Blick in die Kirchenbücher mal lohnen. Es steht nicht fest, ob Heinrich in Hamburg geboren wurde, aber man nutzt halt jede Chance.

Lange Geschichte kurz erzählt: Der gute Heinrich ist wirklich in Hamburg geboren und getauft worden. Zusächtlich zu Heinrichs Eltern und Großeltern habe ich noch dessen sieben Geschwister sowie seine nach Südamerika gefunden.

PS: Was will ich mit der Geschichte sagen? Nehmen Sie doch ruhig einmal gerahmte Bilder vorsichtig aus dem Rahmen, wer weiß schon welche Überraschungen sich dort verstecken. Vorhandene (alte) Fotos nach Möglichkeit hinten beschriften, bei den neuen Digitalfotos auch die Beschriftung nicht vergessen, nachfolgende Generationen (falls sie sich dann noch diese momentan aktuellen Bildformate ansehen können) werden es Ihnen danken.

2 Kommentare zu “Jede Medaille hat zwei Seiten”

  1. Elda sagt:

    Das Problem ist bekannt und verbreitet: Eine Schuhschachtel der verstorbenen Eltern mit vielen Fotos, die nicht oder fast nicht angeschrieben sind. Gibt es irgendwo eine Website, wo man gezielt solche Bilder veröffentlichen kann?
    (Natürlich gibt es Foto-communities oder Picasa-Webalben von Google, aber da zeigen v.a. Profi- und HobbyfotografInnen von heute ihr Können.)
    Besten Dank!

  2. Herr Schmidt sagt:

    Hallo Elda,

    nein, so eine Seite gibt es leider nicht, habe auch verzweifelt nach einer solchen gesucht. Aber als Tipp, welcher mir Erfolg gebracht hat: Wende Dich an Regionale oder Überregionale Zeitungen. Die haben oftmals eine Rubrik:“Wer kennt?“ oder ähnlich. Da werden die Fotos dann veröffentlicht und Leser welche die Personen kennen können sich melden. Hat mir jedenfalls geholfen.

Kommentieren