Tagelöhner – Ackermann – Instleute

Immer wieder tauchen die oben genannten Berufe in Geburtsurkunden, Sterbeurkunden, Volkszählungslisten und Passagierlisten auf.

Aber wer ist eigentlich was und wo ist der Unterschied?

Als ich neulich bei einer Familienfeier erzählte, dass einer meiner Vorfahren Tagelöhner war, kam Onkel Fritz sofort mit seinem Bild von einem Tagelöhner:

„Eine Kleinstadt in den USA ein Pick-up Laster fährt vor und es springen arbeitswillige Mexikaner auf die Ladefläche die dann am Ende des Tages eine handvoll Dollar bekommen. Hollywood Film halt.“

Ein Tagelöhner ist jemand, der keine feste Arbeitsstelle hat, sondern sich in der Regel immer wieder bei neuen Arbeitgebern in der Landwirtschaft um neue Hilfsarbeiten bemühen muss. Also so eine Art Wanderarbeiter.

Der Name kommt daher, dass die Tagelöhner nicht stundenweise, sondern tageweise bezahlt wurden.

Diese Tagelöhner (auch Ackersmann, im Plural als Ackersleute bezeichnet) wurden zumeist auf dem Lande benötigt um in stressigen Zeiten wie Aussaat, Ernte, Dreschen zu helfen. Tagelöhner standen in der Hierarchie ganz unten.

Waren diese Tagelöhner aber fest angestellt, bezeichnete man diese als Instleute. Sie erhielten neben dem Lohn oder als Teil des Lohnes oftmals Unterkunft und Verpflegung. In vielen Fällen wurde die Familie des Instmannes gleich mit eingespannt und die Söhne oder auch die Ehefrau arbeiteten entweder voll mit oder wurden nur bei Bedarf eingesetzt.
Dies konnten Handdienste (Dinge die mit der Hand verrichtet wurden) oder Spanndienste (Anspannen der Zugtiere) oder auch die so genannten Schüppendienste (Errichtung oder Instandsetzung von Bauwerken wie Scheunen, Ausheben von Wassergräben oder Rodungen) sein.

Auch ich mache mich nun auch mal ans Tageswerk…

Ihre Andrea Bentschneider

4 Kommentare zu “Tagelöhner – Ackermann – Instleute”

  1. Monika sagt:

    Seit wann sind wir auf „Du“?

  2. Frank sagt:

    Tagelöhner gibt es heute noch und auch in Deutschland. So habe ich darüber neulich einen Fernsehbericht gesehen, wo demnach in Berlin an arbeitslose aber arbeitswillige Menschen jeden Tag Arbeitsaufträge vergeben werden, die einen Arbeitstag ausmachen. Am nächsten Tag stehen diese Leute wieder in der Arbeitsagentur und müssen auf den nächsten Einsatz hoffen.

  3. rose ackermann sagt:

    ich danke ihnen, es ist für mich gut zu wissen, dass es in luxemburg noch anfangs 1900 fast nur tagelöhner gegeben hat , ehe die Erzgruben und die Hüttenwerke erstanden sind . denn der Handel waren nur aussländische Händler .

  4. rose ackermann sagt:

    Es ist das erste Mal , dass ich einen Kommentar bei Ihnen schreibe …

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