Ramstein / Trier

Tja, kennt man leider. Sie erinnern sich sicherlich an die Flugshow-Katastrophe. Man rennt die Zeit, das war vor 25 Jahren.

Nach dem Unglück wurde dann erstmals eine Nachsorgegruppe eingerichtet, in der Opfer und Hinterbliebene sowie Helfer (Polizei, Rettungskräfte und Sanitätspersonal) die Erlebnisse zu verarbeiten versuchten. Daher gilt das Ereignis als wesentlicher Impuls für die Entwicklung von Krisenintervention- und Notfallseelsorge-Teams für Betroffene sowie von Konzepten zur Einsatznachsorge für Einsatzkräfte.

Leider muss immer erst etwas schreckliches passieren. So ist ja auch die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) erst nach einer Katastrophe gegründet worden. Siehe diesen Beitrag.

Aber ich verplapper mich mal wieder, denn es geht um Bücher:

Sandra Ost die Autorin des oben gezeigten Buches und ebenso der unten stehenden ist Diplom Volkswirtin und Historikerin M.A., hat ihren Arbeits- und Interessensschwerpunkt auf regionaler Geschichte, Sepulkralkultur und Genealogie. Zu diesen Themen forscht und publiziert sie seit über 10 Jahren. Zur bearbeiteten Region zählen Trier und Umgebung, was das Moselgebiet, weite Teile von Saarland und Rheinland-Pfalz, Eifel, sowie Luxemburg mit einschließt. Außerdem bietet sie an, Besucher der Region, die auf den Spuren ihrer Vorfahren wandeln möchten, zu begleiten und unterstützen.

Von Ihr sind bereits diverse Bücher erschienen:

Burg Ramstein im Kylltal

Kunst- und kulturhistorischer Führer zu der heutigen Ruine Burg Ramstein im Kylltal bei Kordel, die ursprünglich als wehrhafte „Jagdresidenz“ der Trierer Erzbischöfe erbaut wurde und später als Hofgut (mit weiterem Wohnhaus und Wirtschaftsgebäuden) von der Trierer Domkirche verpachtet wurde. Es handelte sich um ein sehr begehrtes Pachtobjekt, das oft mehrere Generationen einer Pächterfamilie bewirtschafteten. Neben der Beschreibung des Baues, die mit vielen Karten und Skizzen veranschaulicht wird, findet sich auch die Besitzergeschichte bis heute, soweit recherchierbar und urkundlich belegt. Nach 1803 wurde die Burg, die bereits im späten 17. Jahrhundert (wie viele andere Bauwerke der Region) unter Beschuss der damals marodierenden französischen Truppen zur Ruine wurde, durch die Säkularisation Staatseigentum. Als solches wurde das Anwesen, wie zahlreiche ehemalige Köster und Kirchenbesitzungen an Privatpersonen versteigert. Nach einigen Besitzerwechseln in kurzer Zeit gelangte die Immobilie in den Besitz der Familie, die diese heute noch hält. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird das ehemalige Wirtschaftsgebäude als Gaststätte genutzt und auch modernisiert. Reizvolle Zusatzausstattung des Buches sind die vielen historischen Fotografien, die aus dem Bestand der Besitzerfamilie stammen und von dieser zur Verfügung gestellt wurden.

Erschienen 2006 im damaligen matergloriosa Verlag Trier, heute S.MO Verlag Kordel  ISBN 978-3981132304, Taschenbucheinband, 6,90 Euro, erhältlich beim Verlag oder in der Gaststätte Burg Ramstein.

Spaziergänge über den Trierer Hauptfriedhof

Ein Erlass des französischen Herrschers Napoleons verbot Friedhofe innerhalb des bebauten Stadtgebietes. Dieser Erlass war Auslöser, dass der Trierer Hauptfriedhof im beginnenden 19. Jahrhundert angelegt wurde. Die Begräbnisstätten um die Pfarrkirchen im Stadtgebiet waren da schon lange ausgelastet und ein innerhalb des Stadtgebietes liegender neu angelegter städtischer Friedhof musste also nach kurzer Zeit wieder aufgegeben werden.  Der Hautpfriedhof wurde bis heute mehrfach erweitert. Dieser handliche Führer berichtet einiges über die Bestattungssitten damaliger Zeit in Trier und widmet sich dann ausgewählten Grabstellen, Bauwerken (Kapelle und Leichenhalle) und Denkmälern, von denen es einige gibt. Kurze Biographien der hier bestatteten Menschen, große Namen der Stadtgeschichte ebenso wie weniger bekannte, aber nicht weniger wichtige Familien werden vorgestellt. Viele Bilder und ein Übersichtplan mit eingezeichneten Lagen der erwähnten Denkmäler und Grabstätten machen das Büchlein zu einem guten Begleiter beim Besuch des Friedhofs, der heute wegen seiner wunderschönen Pflanzen- und Tierwelt auch zu einem grünen Herzen, einem Erholungsgebiet in der Stadt wurde. Ein Buch, das sich an Interessierte wendet, die etwas über Trierer Geschichte, Menschen und die Entwicklung der Sepulkralkultur erfahren möchten.

Erschienen 2004 im Verlag Kliomedia Trier, ISBN 978-3898900713, 7,90 Euro, erhältlich beim Verlag

Der Trierer Domstein:

In Zusammenarbeit mit dem Historiker Prof. Dr. Wolfgang Schmid erstellt. Es handelt sich um eine handliche kleine Sammlung von Beiträgen zu Geschichte – historisch belegte Fakten – und Geschichten – Sage, Legende und Mundartgedichte zum Dom und dem Domstein – die von den beiden Autoren herausgegeben wurde. Auch andere „Steine“ als Denkmal und Obelisken werden thematisiert, ebenso wird erklärt, wie man mit den technischen Mitteln von früher diese schweren und sperrigen Lasten erfolgreich transportiert hat. Das Buch präsentiert sich bei aller Nähe an den Fakten immer kurzweilig und wendet sich an Trierer, aber auch an Touristen, stellt wegen des Formats auch ein attraktives Mitbringsel dar. Attraktiv bebildert mit vielen historischen und modernen Fotos von Menschen, Schulklassen und Reisegruppen, die sich in alten Zeiten ebenso wie heute gerne auf dem Domstein sitzend ablichten lassen.

Erschienen 2007 im Weyand Verlag Trier, Taschenbucheinband, ISBN 978-3-935281-53-9, 8,90 Euro, erhältlich beim Verlag und der Dominformation Trier.

Kreuzweiler:

Es handelt sich um im Auftrag des Heimat- und Kulturvereins erstellte Ortschronik der Gemeinden Kreuzweiler mit Schloss Thorn und Dilmar, gelegen im Dreiländereck Deutschland, Frankreich und Luxemburg. Außerdem grenzt die rheinland-pfälzische Gemeinde ans Saarland an. Schon immer wechselte die Zugehörigkeit der Gemeinde, bzw.  der Gemeinden, was die Bescghäftigung mit ihrer Geschichte besonders reizvoll, aber auch kompliziert macht.

Grundlage waren Archivrecherchen, Auswertung der Literatur und „oral history“- Berichte der Bürger der Ortsteile. Insbesondere die älteren Einwohner haben wertvolle Erinnerungen beigesteuert und auch eigene Artikel geliefert. Erwartungsgemäß liegt das Hauptaugenmerk auf der Zeit der Weltkriege und Nachkriegszeit. Natürlich darf eine Sammlung von Sagen, Schwänken und Mundartgedichten nicht fehlen, ebenso wie die Vorstellung der Ortsvereine und des liebevoll privat aufgebauten Heimat- und Bulldogmuseums. Für genealogisch interessierte Leser wird besonders der Beitrag über Auswanderungen und die Aufzählung der Namen und Daten der (legal) ausgewanderten Bewohner von Interesse sein und die Liste der alten Häuser mit Straßenbezeichnung, Hausnummer, Hausnamen, Erbauer und Bewohner – soweit diese bekannt und recherchierbar waren. Auch die Liste mit den Teilnehmern (und Opfern) des Ersten Weltkrieges, deren Einsatzgebiete und Auszeichnungen, die dem glücklicherweise überlieferten Ehrenbuch des Ortes entnommen wurden, dürften einen größeren Leserkreis als nur die Einwohner interessieren. Dieses in der Gemeinde in den 1930er begonnene und handschriftliche ausgefüllte Formularbuch wurde für die Chronik sorgfältig ausgewertet und auch die Berichte der Kriegsteilnehmer, die dort notiert sind, wurden übernommen. Besonders erwähnenswert ist bei der Ortschronik der große  Anteil an Bildmaterial, das die Bürger zur Verfügung gestellt haben. Dank der guten Zusammenarbeit und Erinnerungsgabe der Kreuzweiler und Dilmarer Senioren und Seniorinnen konnten auch die meisten abgebildeten Personen identifiziert werden und sind namentlich in den Bildunterschriften genannt. Für den familienforschenden und volkskundlich interessierten Leser eine wahre Fundgrube.

Erschienen 2011 im Kliomedia Verlag Trier, ISBN 978-3898901574. Ca. 33 Euro. Hardcover. Erhältlich direkt beim Verlag oder der Gemeinde Palzem (hierzu gehören die drei Ortsteile heute). Wurde in die Reihe der Ortschroniken des Trierer Landes aufgenommen.

Fazit: Tolle Bücher, welche Einblicke in die jeweiligen Regionen geben. Ich habe mal ein wenig geblättert und kann Sie Ihnen wirklich ans Herz legen.

Ihre Andrea Bentschneder

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