Biikebrennen in Nordfriesland

am 20. Februar 2015 unter Internet, Veranstaltungen abgelegt

Am Samstag ist es wieder so weit. Am 21. Februar ist in Nordfriesland in Schleswig-Holstein traditionell der Tag, an dem das Volksfest stattfindet. Der Abend des 21. Februar ist der Vorabend des Petritages. Beim Biikebrennen wird Holz verbrannt, heute werden meistens alte Weihnachtsbäume und Gestecke verbrannt. Fast jede Gemeinde und und manche Höfe haben ihre eigenen Biikefeuer. Und die Tradition variiert ein bisschen von Ort zu Ort und Insel zu Insel.

Der Name leitet sich von dem friesischen Wort „biike“ und dem hochdeutschen „Bake“ ab, was Feuerzeichen bedeutet. Aufgrund des Namens wird vermutet, das es ursprünglich als Feuermal oder Seezeichen diente. Der genaue Ursprung des Festes ist nicht überliefert, aber das Biikebrennen blickt auf eine lange Tradition zurück.

Schon in der vorchristlichen, germanischen Zeit sollte damit die Wintergeister und der rauhe Winter vertrieben und der Frühling begrüßt werden. Zum Teil wird noch heute eine Strohpuppe als Symbol für den Winter verbrannt. Die Strohpuppe wurde „Piader“ genannt, das Petermännchen. Hier wird allerdings nicht Petrus symbolisch verbrannt, sondern der Papst, als Symbol für den christlichen Glauben, der abgelehnt wurde.

In der frühen Neuzeit fand das Biikebrennen auf den nordfriesischen Inseln zu dem Zeitpunkt, wenn die Männer von ihren Familien verabschiedeten, um auf Walfang zu gehen. Um 1700 waren das etwa 3600 Männer aus Nordfriesland, vor allem von den Inseln Sylt und Föhr. Da ein Beschluss der Hansestädte 1403 festgelegt hatte, dass die Schifffahrt zwischen dem Martinstag (11. November) und dem Petritag (22. Februar) ruhen sollte, ist das Datum für den Aufbruch zur Walfang keine Überraschung – es war das Ende der Winterpause und der Beginn des Frühlings. Die Feuer an den Stränden dienten den Seefahrern und den Walfängern zur Navigation und war eine Art Abschiedssignal an die Seefahrer, denn sie kehrten erst im Spätherbst zurück – wenn sie nicht auf See verstarben. (Ob das Biikefeuer wirklich der Verabschiedung der Seeleute galt oder ob es eine Legende ist, ist in der Forschung allerdings umstritten.)

Seit dem 19. Jahrhundert geriet das Biikebrennen immer mehr in Vergessenheit und erlebte nach dem Zweiten Weltkrieg eine Renaissance. Im Dezember 2014 wurde das Biikebrennen in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen.

Zum Teil wird das Biikebrennen heute auch in anderen Teilen Schleswig-Holsteins praktiziert.

Und falls Sie am Samstagabend nicht in Nordfriesland unterwegs sein sollten, wir leben ja in einer modernen Welt, können Sie dem Ereignis trotzdem live per Webcam folgen. Wie zum Beispiel hier vom Utersumer Deich aus mit Blick nach Amrum und Sylt.

Kleiner Fehler – Große Wirkung!

am 10. Februar 2015 unter Tipps und Tricks abgelegt

DSC_0001 Na den Fehler entdeckt?

Der 20. Januar 2015 war ein Dienstag!!!

Tja, wann ist denn nun Parkverbot???

Ebenso wie hier bebildert, kann es in der Forschung schnell mal zu Tippfehlern oder Zahlendrehern kommen.

Also den Stammbaum nicht mal so zwischen “Tür und Angel” herunter schreiben, nein auch hier ist Sorgfalt von Nöten. Aus Anna wird Anne oder aus 1785 mal eine 1875 oder ähnlich.

Sie suchen sich dann später “dumm und dusselich” nach dem betreffenden Eintrag.

Andrea Bentschneider

Prächtig vermessen.

am 06. Februar 2015 unter Archive, Vereine, Museen, Historische Dokumente abgelegt

Mecklenburg auf Karten 1600 – 1800

Unter diesem Slogan findet ab heute im Kulturhistorischen Museum Rostock eine Ausstellung statt.

Wie schreibt das Museum dazu:

Landkarten werden heute täglich und vielfältig genutzt. Sie dienen der privaten Orientierung, sind Hilfsmittel für Verwaltung, Wirtschaft und wissenschaftliche Forschung. Sie begleiten uns jederzeit und allerorten. Sie sind unverzichtbarer Bestandteil der Informationskultur. Wir verwenden Karten, um uns zu orientieren. Dabei nutzen wir wie selbstverständlich elektronisch weltweit verfügbare, stets aktuelle Informationen. Ortungs- und Positionierungssysteme sind in der Lage, jederzeit den Standort anzuzeigen, den Weg zu weisen und die benötigte Zeit zu berechnen.

Auch die Menschen in der Vergangenheit nutzten Landkarten. Obwohl diese nach dem Ende des Mittelalters, mit der Entwicklung von Vermessungstechnik und Kartografie von handgezeichneten, oft geheim gehaltenen Einzelstücken zu immer genaueren, durch den Druck leichter zu reproduzierenden und weiter als je zuvor verbreiteten Medien wurden, blieb ihre Nutzung bestimmten Personengruppen vorbehalten.

Alte Landkarten zeigen das Land in seiner historischen Gestalt, spiegeln die Vorstellungen der Menschen über Lage, Ausdehnung und Gestalt von Gebieten und Landschaftsräumen wieder und verdeutlichen die Zunahme des geografischen Wissens.

Bis heute faszinieren sie wegen ihres Alters, des oft aufwändigen Druckes, wegen ihrer Seltenheit und der Schönheit der Darstellungen und Dekorationen. Sie dokumentieren die Veränderungen der Länder und Landschaften durch Besiedlung, Verkehr, Wirtschaft und Politik.

Wir wollen wissen, wie unsere engere und weitere Lebensumwelt vor Jahrzehnten und Jahrhunderten ausgesehen hat, versuchen, uns in alten Karten zu verorten und prüfen die Übereinstimmung der immer präziser werdenden historischen Darstellungen mit der Wirklichkeit. Nicht nur als Zeugnisse der Entwicklung von Vermessung und Kartografie, des Status von Wissenschaft und Technik, sondern auch als Denkmäler der Landes- und Regionalgeschichte werden sie von Wissenschaftlern und privaten Sammlern geschätzt.

Ausstellungsdauer vom 6. Februar bis 17. Mai 2015, Eintritt frei.

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog.

Also wenn Sie nichts vorhaben…

Kulturhistorisches Museum Rostock
Klosterhof 7
18055 Rostock

Telefon  0381 20359-0 | Fax  0381 20359-13

 

Nachtrag Kirchlicher Suchdienst

am 05. Februar 2015 unter Archive, Vereine, Museen abgelegt

Aufgrund der vielen Nachfragen:

Natürlich werden die Informationen welche der Kirchliche Suchdienst hat und nutzt auch nach der Einstellung der Tätigkeit weiterhin vorhandensein, denn die HOK werden nicht einfach in die “Ablage rund” abgelegt.

Nach der Einstellung des kirchlichen Suchdiests wird diese Aufgabe dann vom Lastenausgleichsarchiv in Bayreuth übernommen.

Außenstelle Bayreuth (Lastenausgleichsarchiv)
Dr.-Franz-Straße 1
95445 Bayreuth

Telefon: 0921/4601-0
Fax: 0921/4601-111
E-Mail: laa@bundesarchiv.de

Öffnungszeiten:
Mo. – Do.: 08:00 Uhr – 17:00 Uhr
Fr.: 08:00 Uhr – 15:00 Uhr

Ihre Andrea Bentschneider

Kirchlicher Suchdienst

am 04. Februar 2015 unter Allgemein, Archive, Vereine, Museen, Historische Dokumente, Internet abgelegt

Der Kirchliche Suchdienst stellt 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs seine Arbeit zum 30. September 2015 ein. Grund ist der starke Rückgang von Nachforschungsanträgen.

Der vom “Deutscher Caritasverband” und “Diakonisches Werk” als Hilfsdienst für deutsche Flüchtlinge, Vertriebene, Spätaussiedler und deren Nachkommen 1945 gegründete und aus Bundesmitteln finanzierte Dienst sucht bis zur Schließung aber weiterhin nach vermissten Zivilisten aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten.

Wichtiges Hilfsmittel hierbei sind die Heimatsortkarteien (HOK). Diese Heimatortskarteien sind die systematischen Erfassungen der deutschen Bevölkerung in den ehemaligen deutschen Ost- und Siedlungsgebieten nach deren Wohnorten zum 1. September 1939.

Diese fast vollständig erhaltenen Unterlagen enthalten ca. 20 Millionen Personen.

Andrea Bentschneider

LEFRAA

am 21. Januar 2015 unter Allgemein abgelegt

Hä, wat is dat denn?

Wir Deutschen scheinen ja Abkürzungen zu lieben und ab Februar gibt es eine neue Rubrik:

LEser FRagen Andrea Antwortet.

Ich werde mir jeweils einen ganzen Tag im Monat Zeit nehmen und ihre Fragen zur Familienforschung beantworten.

Also Sie können mir Ihre Fragen an info@abenteuer-ahnenforschung.de schicken und ich werde diese dann hier im Blog (wenn Sie möchten auch ohne Namensnennung) beantworten.

ABER: Ich kann natürlich nur auf generelle Fragen eingehen.

Fragen wie: “Hatte mein Ur-Urgroßvater Geschwister und wie hießen die?” kann ich natürlich nicht aus dem Stehgreif beantworten = Das ist Familienforschung!!

ABER: Generelle Tipps, wenn Sie zum Beispiel feststecken oder ob dies oder das möglich ist, sind Fragen die auch anderen Lesern evtl. helfen können und die beantworte ich dann auch prompt.

Ihre Andrea

Greifswalder Kirchenarchiv

am 20. Januar 2015 unter Archive, Vereine, Museen abgelegt

Tja, wenn man in einem alten Gebäude wohnt kennt man es vielleicht: Feuchte Wände, Schimmelbildung. Meist ist die ehemalige Horizontalsperre hinüber und die Feuchtigkeit steigt in den Wänden hoch.

Was macht man als Mieter: Am besten umziehen. Aber was macht ein Archiv?

Greifswalder Kirchenarchiv voraussichtlich ein bis zwei Jahre geschlossen

Die Greifswalder Außenstelle des Landeskirchlichen Archivs der Nordkirche bleibt wegen feuchter Wände für voraussichtlich ein bis zwei Jahre geschlossen und umgelagert. Schriftliche Anfragen von Familienforschern seien aber weiterhin möglich.. Hingegen könnten kirchengeschichtliche und akademische Forschungen im Archiv vorerst nicht erfolgen. Die Nordkirche suche derzeit nach geeigneten Räumen für das Archiv, das überwiegend Unterlagen zu Vorpommern aus der Zeit nach 1945 umfasst. Laut Nordkirchen-Verfassung müssen die Akten in Greifswald bleiben.

Das Greifswalder Archiv war bisher im Keller des Bischofshauses in der Rudolf-Petershagen-Allee untergebracht. Infolge starker Regenfälle waren die Wände der Archivräume so durchfeuchtet, dass die Bestände geräumt und in eine klimatisierte Lagerhalle in Mesekenhagen (gelegen zwischen Greifswald und Stralsund) untergebracht wurden. Da sich die Unterlagen bereits in Greifswald zu 95 Prozent in besonderen Kartons befanden, blieben die Dokumente von Schimmel verschont.

Zitat:

Die Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland bemüht sich um neue Standortoptionen, damit eine baldige Wiedereröffnung in Greifswald erfolgen kann. Die Benutzung der Kirchenbücher kann während der Übergangszeit nicht durch persönliche Einsichtnahme gewährt werden. Schriftliche Anfragen können jedoch vom Pommerschen Ev. Kirchenkreises gegen Gebühr beantwortet werden (E-Mail: kirchenkreisarchiv@pek.de).

Hoffen wir mal, das bald eine Lösung gefunden wird und man mit dem Archivgut in trockene Räume ziehen kann.

Andrea Bentschneider

Neues Jahr – Neues Glück!

am 05. Januar 2015 unter Archive, Vereine, Museen, Tipps und Tricks abgelegt

Ich wünsche Ihnen ein tolles und erfolgreiches Jahr 2015, vor allem aber viel Gesundheit und viele Erfolge in Ihrer Familienforschung!

Auch 2015 werde ich hier wieder Themen rund ums Thema Ahnen-und Familienforschung bringen, Neuigkeiten aus Archiven, persönliches und Tipps, na ja Sie kennen das ja schon seit Mitte 2007.

Los geht’s:

1. Beitrag 2015

Was muss man eigentlich machen, wenn man ins Archiv geht? Muss ich vorher etwas bestellen? Wie wird mir vor Ort geholfen?

Sehr gut hat dies das Stadtarchiv Bremerhaven erklärt. Dort hat man den Internetauftritt überarbeitet und findet dort nun neben der Bestandsübersicht, rechtliche Grundlagen in der Forschung (Sie kennen ja sicherlich das Personenstandsgesetz aus meinen vorherigen Beiträgen), aber auch etwas über das Archiv selbst.

In der nächsten Zeit werden immer mehr Inhalte dazu kommen. Begonnen wurde mit der Onlinestellung der Stadtchronik bis ins Jahr 2008. Interessant für das “wie war das eigentlich so im Jahr XY als meine Vorfahren dort lebten. Ebenso ist die Erweiterung der Rubrik “Amtsträger und verdiente Persönlichkeiten”, die stetige Vervollständigung des Bildservices vorgesehen und langfristig ist geplant auch Erschließungsinformationen, soweit möglich, online zugänglich zu machen.

Die Kontaktdaten lauten:

Stadtarchiv Bremerhaven
Hinrich-Schmalfeldt-Straße 30
Stadthaus 5, Erdgeschoss
27576 Bremerhaven
Telefon 0471 590-2567
Fax 0471 590-2005
Stadtarchiv@magistrat.bremerhaven.de
www.stadtarchiv-bremerhaven.de

Also ein erfolgreiches Forschungsjahr wünscht Ihnen,

Andrea Bentschneider

Tari Tara die Post ist da

am 25. November 2014 unter Wissen abgelegt

Manchmal begegnen einem bei der Ahnenforschung auch kuriose, unglaubliche Geschichten aus der Vergangenheit. Das folgende Beispiel zeigt einmal mehr, dass die USA wahrhaftig ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten sind. 1913 und 1914, kurz nach der Einführung des postalischen Paketservices, war es noch möglich bzw. nicht explizit verboten, Kinder per Post zu schicken.

Ab dem 01. Januar 1913 konnten in den Vereinigten Staaten auch Pakete per Post geschickt werden, das Angebot wurde von den Amerikanern gut aufgenommen – allein innerhalb der ersten sechsten Monate wurden 300 Millionen Pakete versandt.

Pakete zu verschicken war also ein Novum. Anfangs war den Zeitgenossen nicht ganz klar, wie weit dieser Service reichte. Es wurden sogar Kartons produziert, um Eier zu verschicken, um so z. B. von St Louis, Missouri ins 43km entfernte Edwardsville, Illinois geschickt zu werden. Die Eier kamen sogar zurück nach St Louis – und zwar in Form eines frisch gebackenen Kuchens.

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Ding Dong – Ding Dong

am 29. Oktober 2014 unter Allgemein, Wissen abgelegt

Wanderer kommst Du nach Sparta oder frei nach Schiller “Ahnenforscher kommst Du nach Bayern”…

OK, da bin ich mal wieder für das Australische Fernsehen in Sachen “Promi-Ahnenforschung” unterwegs und die Spuren führen mich aus dem hektischen Hamburg ins ruhige Dörfchen in Bayern.

Herrlich die Landschaft, die Luft, die Pension in der ich nächtige und diese Ruhe, bis plötzlich DING – DONG… Super meine Pension liegt neben der Kirche. Zig Ding und Dong später und ein dreimaliges wecken durch die Brüder Ding und Dong frage ich mich, ob ich nicht einfach das Glockenseil durchschneide… Kleiner Scherz und GROßE Übertreibung!

Ich habe doch eine Uhr und wohl 99,9% meiner Mitmenschen auch, die Zeiten wo die Kirche uns Bürgern die Zeit “ansagen” musste, da man keine Uhren besaß sind doch vorbei! Aber dann gibt es ja noch das Ding-Dong zu folgenden Anlässen: Einläuten, Vorläuten, Hauptläuten, Ausläuten, zu Taufen, Heiraten, Beisetzungen etc.

Muss das denn sein? Muss nein, kann ja, denn sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche sind öffentlich-rechtliche Körperschaften. Daher gehören die Kirchenglocken, soweit sie zum Zwecke der Religionsausübung benutzt werden, zu den öffentlichen Sachen.

Ha, aber ich finde es ist Lärmbelästigung! So nun aber?!?

Ähh nö, selbst wenn ein einzuhaltender Grenzwert überschritten wird, bedeutet dies nicht, dass von nun an Ruhe im Glockenturm herrscht. Denn die Verwaltungsgerichte lassen den Kirchen eine Privilegierung zukommen. Diese Besserstellung folgt aus dem verfassungsrechtlich garantierten Selbstbestimmungsrecht der Kirchen sowie dem Schutz der freien Religionsausübung (Art. 4 Abs. 2 GG). Vielmehr sei das liturgische Glockenläuten nach Ansicht des Bundesverwaltungsgerichts keine schädliche Lärmimmission, sondern eine zumutbare, sozialadäquate und allgemein akzeptierte Äußerung kirchlichen Lebens

Und außerdem stört es mich nicht wirklich. Auch in Hamburg läuten die Glocken. OK, nicht so oft wie in Bayern, aber a.) wohne ich nicht neben einer Kirche und b.) klingt es doch besser, als der Idiot der sein Motorrad morgens um 5 immer direkt vor meinem Schlafzimmer anwirft.

Ihre Andrea Bentschneider