Was wäre wenn…

… der 1711 in Einbeck geborene Heinrich Melchior Mühlenberg nicht in die USA ausgewandert wäre und seine Frau nicht am 1. Januar 1750 in Trappe, Pennsylvania den Sohn Frederick zur Welt gebracht hätte? Wäre Deutsch die Amtssprache in den USA? Als so genannte Muehlenberg-Legende wird das Gerücht bezeichnet, nach der es um 1794 in den USA eine Gesetzesvorlage gegeben haben soll, Deutsch als offizielle Landessprache einzuführen. Das Gesetz soll an einer einzigen Stimme gescheitert sein, nämlich am Widerspruch von Frederick.

Doch auch so hat die Deutsche Sprache Einzug in den Alltag der Amerikaner gehalten. Hamburger oder Frankfurter bzw. Dachshund Sausages (heute besser bekannt als Hot-Dog). Und ob Sie Ihren Hot-Dog mit Sauerkraut oder lieber ohne genießen ist reine Geschmackssache. Aber der Schnapps hinterher hilft bei der Verdauung. Beim Weltschmerz hilft vielleicht ein Besuch beim American Football, wo Sie ein Bier der deutschen Einwanderer Eberhard Anheuser/ Adolphus Busch trinken und dann einen Blitz auf den Quarterback sehen. Hilft nicht, dann genießen Sie das Fahrvergnügen im VW oder den Vorsprung durch Technik im Audi und erleben das Songfest im Kindergarten der Kleinen und essen dort Pretzel oder Strudel oder wer es lieber deftig mag eine Bratwurst.

Andererseits wenn die Verwandten aus Amerika dann mal zu Besuch nach good ol’ Germany kommen, werden ihnen auch hier diverseste Wörter über den Weg laufen, die ihnen ziemlich bekannt vorkommen dürften:

Morgens zum Bäcker joggen und ein paar Bagel kaufen, mit dem Verkäufer gescherzt, der fragte ob man einen Clown gefrühstückt habe? An der Coffee-Bar noch schnell einen Coffee-to-go bestellt und dann ab nach Hause. Unterwegs noch den Facility-Manager vom Sport-Mega-Store getroffen und uns kurz über die News im TV unterhalten. Wieder zu Hause wollen die Gäste mal ihre E-Mails checken und ein wenig im World Wide Web surfen, während man das Frühstück vorbereitet. Logischerweise gibt es auch das Müsli mit den Frühstückscerialien…

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Nächste Woche kommen dann Vito und seine Frau Antonella aus Italien zu Besuch, da gibt es dann wohl Prosciutto aus Parma und da die Pariser Freunde Antoine und Cecile erst eine Woche später kommen keinen Cafe au lait sondern Latte Macchiato. Aber nach drei Wochen Dauerbesuch ist dann endlich Schluss. Wir genießen morgens unseren ganz normalen Kaffee, anstatt Bagel, Croissants und Baguette freuen wir uns wieder auf ein ganz einfaches Brötchen mit Konfitüre oder Leberwurst.

Übrigens: auch in 10 Jahren in New York bin ich nicht dahinter gekommen, warum die Amerikaner alles besser finden – insbesondere Lebensmittel – wenn sie eine Ortbeschreibung davor haben. Beispiele: Belgian waffles = belgische Waffeln, French fries = französische Frittierte (Kartoffeln), German chocolate cake = deutscher Schokoladenkuchen. Uns schmecken Waffeln, Pommes oder Schokoladenkuchen auch ohne geografische Hinweise auf deren ursprüngliche Herkunft.

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2 Kommentare zu “Was wäre wenn…”

  1. Josef Zell sagt:

    Wir verzichten doch auch nicht auf Herkunftbezeichnungen.
    z.B. Lübecker Marzipan, Frankfurter oder Wiener Würstchen, Krakauer (Wurst), Kasseler Rippchen, Kieler Sprotten, Limburger oder Edamer Käse, Nürnberger Lebkuchen, Türinger Bratwurst, u.s.w.
    Herzlichen Gruß
    Josf Zell

  2. Ralf sagt:

    Ich glaube Sie meint auch eher, dass die Waren sich in den USA besser verkaufen, wenn der Schokoladenkuchen als Deutscher Schokokuchen tituliert wird. Aber ich finde es auch merkwürdig, dass hier ein Milchkaffee immer gleich Cafe au lait heisse muss…