Bitte lächeln!!!

Ausgangspunkt der 3. Folge der Serie „Das Geheimnis meiner Familie“ in ARD (heute Abend, 14. April um 21:00 Uhr) ist dieses Familienfoto, das hier Ausschnittweise zu sehen ist. Hierbei handelt es sich um die Vorfahren der Schauspielerin Christine Neubauer. Leider sind ihr diese Personen aber vollkommen unbekannt. Ihre Eltern können ihr auch nicht weiterhelfen, also reist sie bis nach Niederbayern, um dort von Ihren Cousins und Cousinen zu erfahren, wer diese Personen sind und wie sie gelebt haben.

Mit freundlicher Genehmigung der Tangram – Christian Bauer Filmproduktion, München.

Bemerkenswert auf dem Foto ist, dass die Erwachsenen, aber besonders die Kinder alle sehr ernst und fast schon grimmig und gequält drein schauen, wahrscheinlich weil die Kleinen alle barfuss sind. Und da spricht man oftmals fast schwärmend von „der guten, alten Zeit…“ Ich glaube, ich nehme der Sendung heute Abend nicht zuviel vorweg wenn ich zur zeitlichen Einordnung des Fotos kurz anmerke, dass der Familienvater eine Uniform des 1. Weltkriegs trägt.

Nun aber wieder zurück zu den alten Fotos. Haben Sie auch das Glück, dass es in Ihrer Familie noch alte Fotos gibt?

Diese wertvoll anmutenden Fotos, die damals noch ausschließlich im Fotostudio aufgenommen wurden und meist auf Pappen aufgezogen und mit der Goldprägung des Fotografen versehen waren. Die Situationen wirken immer gestellt und die Menschen auf den Fotos sehen oftmals so aus, als wären sie in die Kleidung reingeprügelt worden. Ich glaube nicht, dass mein Urgroßvater (der Kleine links) im Alltagsleben als Kind eines Hamburger Hafenarbeiters um 1895/1900 im Kleidchen herumlief und regelmäßig auf einem Bärenfell stand.

Während der Dreharbeiten trafen wir Dr. Martin Ortmeier, der Museumsleiter der niederbayerischen Freilichtmuseen Finsterau und Massing, der viel über das Leben in der „alten Zeit“ erzählt hat. Wobei seine Erklärungen nicht nur lokalen Bezug haben, sondern auch überregional zutreffen. Interessant waren seine Aussagen zu alten Fotos. Man ging damals davon aus, dass man in seinem gesamten Leben maximal 3-4 Mal fotografiert wird und da sei es halt unangebracht, wenn man lächelt. Ein ernstes Gesicht war ein Zeichen von Würde und Anstand, sich lächelnd oder gar lachend auf Fotos darstellen zu lassen ist eine Modewelle, die erst später aus Hollywood nach Europa geschwappt kam. Erst durch die Filmstars wurde es gesellschaftlich anerkannt, sich fröhlich ablichten zu lassen.

Und wer sich fragt, wie viele Leute so beim Dreh eines Dokumentarfilms dabei sind, hier einen Schnappschuss mit der Lösung: In dieser Szene sieht man außer Frau Neubauer und Ihrer Großcousine, rechts das gesamte Filmteam: ein Kameramann, ein Tontechniker und etwas versteckt die Regisseurin Daniela Agostini in der Mitte. Das war für Frau Neubauer sicherlich eine Umstellung, die es von Ihren Filmsets eher gewohnt ist, einen Stab von Masken- und Kostümbildnern, Lichttechnikern, 1. und 2. Kameramann, etc. um sich herum zu haben. In diesem Fall war meine Wenigkeit auch mit dabei, sonst hätte ich dieses Foto ja nicht schießen können.

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Viel Spaß beim Zusehen und Lernen…

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