Rangehen wie (von) Blücher…

Die Tatsache, dass ich BENTSCHNEIDER heiße, verdanke ich dem Umstand, dass mein Urgroßvater Ernst Karl Friedrich BENTSCHNEIDER 1884 unehelich zur Welt kam. Der Vater war angeblich unbekannt und Karl bekam den Mädchennamen seiner Mutter Dorothea Wilhelmine als Familiennamen. Dorothea war Dienstmädchen auf einem Gut in Mecklenburg und häufig habe ich aus Scherz gesagt, dass der Vater bestimmt der Gutsbesitzer VON BLÜCHER war. Aus bestätigter Quelle weiß ich nun, dass die Schwester meines Urgroßvaters Emma – ebenfalls unehelich mit offiziell unbekanntem Vater – tatsächlich die Tochter des besagten Herrn VON BLÜCHER war. Warum also nicht auch mein Urgroßvater?

Im Film würde jetzt Nebel kommen und eine Traumsequenz beginnen…

Ich reite auf einem Vollblut Hengst über meine Ländereien, habe einen Wappenring mit den Wappen derer von Blücher am Finger und meine Angestellten verbeugen sich tief als ich nach dem Ritte meinen Hof erreiche…

Der Gutshof ist heute ein Golf- und Wellness-Hotel und ich frage mich wie ich 130 Jahre später denn nun meine Ansprüche beweisen kann?

Mir schießt da das Stichwort DNA oder besser DNS (wie es in Deutschland heißt) in den Kopf. Neugierig wie ich bin, habe ich mich dann auch mal ein wenig schlau gemacht, wobei ich vorab gleich sagen möchte, dass ich alles andere als eine Expertin auf diesem Gebiet bin.

Heute kennen wir die DNA aus Krimis, wo in schwierigen Fällen der Täter dann immer mittels der Desoxyribonukleinsäure oder acid überführt werden kann, oder aus den Talk Sendungen, wo Peter dann mittels DNA Analyse feststellt, dass nicht er der Vater seiner Tochter ist sondern der Nachbar.

Aber wie kann mir die DNA in der Ahnenforschung helfen? Wenn ich es richtig verstanden habe – und die Naturwissenschaften waren leider schon in der Schule nie so meine Stärke – gibt es verschiedene Test-Arten, abhängig davon, was man herausbekommen möchte und wie viel man bereit ist dafür auszugeben.

Wenn ich mich alleine testen ließe, könnte ich anhand der Ergebnisse zum Beispiel herausfinden, aus welchen geografischen Regionen meine Vorfahren stammen. Also in welchen Bereichen Europas meine Vorfahren lebten und somit deren Migrationsrouten nachvollziehen. Dies hilft dann dabei, den Ursprung der Vorfahren weit in die Vergangenheit zurückverfolgen zu können.

Dann gibt es offensichtlich noch die Möglichkeit der vergleichenden Tests, das heißt Vertreter verschiedener Familiezweiges können sich testen lassen, um herauszufinden ob sie von demselben Vorfahren abstammen. In anderen Worten: ich vergleiche meine DNA mit der von meinem entfernten amerikanischen Cousin Steven Snider (wir blicken auf den gleichen Ur-Ur-Ur-…-Großvater BENTSCHNEIDER zurück) sowie mit der anderen Personen dieses Nachnamens die im Moment noch nicht offensichtlich mit uns verwandt sind. Sollte es Übereinstimmungen geben, ist bewiesen dass wir alle den gleichen Vorfahren haben. Einen ausführlichen Bericht über diese gab es in unter anderem in der Zeitschrift GEO im September 2004. Diese Methode erscheint mir aber nur sinnvoll bei Träger eines nicht allzu häufigen Nachnamens. Tut mir leid Familie Müller und Schmidt….

Dann gibt es noch die Möglichkeit, seine DNA-Ergebnisse in eine online Datenbank einzutragen, so dass dort dann die DNA-Daten mit denen anderer Personen abgeglichen und mögliche bisher unbekannte Verwandtschaften auf diesem Weg festgestellt werden können. So habe ich es jedenfalls verstanden.

Ergebnisse, die man bei dieser Art der DNA-Tests nicht erhält sind Auskünfte über Krankheiten bzw. den Gesundheitszustand, auch nicht Vaterschaftstest im herkömmlichen Sinn. Somit bleibt also in jedem Fall, aber auch insbesondere bei einer Weiterleitung der DNA-Ergebnisse an eine Datenbank der Schutz von persönlichen Daten gewährleistet.

Die genetische Ahnenforschung ist also als ein neues Element unseres Hobbys zu betrachten. Sie ersetzt aber auf keinem Fall den Besuch im Archiv oder in der Kirche und das Studieren von Akten und Kirchenbüchern. Sie ermöglicht jedoch den Blick in die eigene Herkunft viele Jahrhunderte vor Beginn der familienkundlichen Quellen.

Ich werde mich bestimmt bald auch persönlich auf dieses Abenteuer DNA einlassen und dann darüber berichten. In der Zwischenzeit würde ich gerne von Ihren Erfahrungen mit diesem Thema hören

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PS: Wenn ich in der nächsten Zeit nicht gleich auf Ihre Nachrichten und Kommentare antworte kann es daran liegen, dass ich in Amerika die bisher Ahnungslosen VON BLÜCHER – Nachkommen des Gutsbesitzers mit Wattestäbchen zwecks DNA-Abgleichs verfolge oder wieder mit meinem Vollbluthengst ausreite…

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2 Kommentare zu “Rangehen wie (von) Blücher…”

  1. Brandenburgerin sagt:

    Hallo,

    Zufälle gibts! Eine meiner Ahnen hieß mit Vornamen Dorothee und hatte eine uneheliche Tochter, wo der Vater der Dienstherrschaft zugeschrieben wird. Leider ist über diese Personen nichts bekannt, bzw. es hat noch keiner in diese Richtung recherchiert.

    Viele Grüße
    Brandenburgerin aka Bianca

  2. Gerdi T. sagt:

    Hallo ,
    noch ein Zufall! Beim Durchsehen der Kirchenbücher hab ich heute bemerkt, das der Onkel von meinem Vater mit IhremUrgroßvater 1899 konfirmiert wurde. Mein Urgroßvater war Jäger und Gärtner in Alt Sührkow. Der Name Bentschneider ist mir schon vorher beim Sichten der Kirchenbücher aufgefallen.

    Mit freundlichem Gruß
    Gerdi T.