„Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss.“

Zitat von John WAYNE aus „Ringo“ von 1939 und von Gary COOPER auch aus einem Western, dem Klassiker „12 Uhr mittags“. Womit wir auch schon beim Thema sind: Western bzw. die Zeit des wilden Amerika, also die Zeit der Eroberung des wilden Westens.

Vor geraumer Zeit bekam ich eine Anfrage aus Amerika zugesandt, in der eine Frau Informationen über einen gewissen Karl ALLERS aus Preußen suchte. Die Informationen die Sie bisher zusammen getragen hatte waren jedoch ein wenig spärlich. Um die lange Geschichte kurz zu machen und möglichst schnell auf den Punkt zu kommen, hier die wesentlichen Fakten. Durch unsere Forschung ist folgendes herausgekommen: Er wurde 1847 in Preußen geboren, wanderte mit seinen Eltern in die Staaten aus, änderte seinen Vornamen in die amerikanische Version von Karl auf Charles und wurde Schmied. Hier findet sich 1870 in der Volkszählungsliste von Heubble Township, Missouri sein Eintrag:

(Allers, Charls, 22 Jahre alt, männlich, weiß, Blacksmith = Schmied, aus Brunswick = Braunschweig)
Genauere Nachforschungen ergaben, dass er sich auf das Herstellen von Fässern spezialisiert hatte und Böttcher oder Englisch „cooper“ (Gruß an den oben erwähnten Gary) war und seine Schmiedearbeit sich auf das Herstellen der Fassbänder konzentrierte. Etwas schwieriger wurde es mit seinem Verbleib. In der Volkszählungsliste von 1870 taucht er zwar noch auf, aber danach ist er wie vom Erdboden verschwunden. Äußerst rätselhaft…

Seine Eltern flohen jedenfalls aus Preußen um den drohenden Kriegen zu entgehen und Ihren Sohn in ruhigeren Gefilden aufwachsen zu lassen. Es kam jedoch komplett anders. Wir haben herausgefunden, dass Charles im 7. US Kavallerie Regiment diente und jetzt kommt’s…

.. an der Schlacht am „Little Big Horn“ unter General CUSTER am 25. Juni 1876 gegen Sitting Bull und anderen großen Häuptlingen teilnahm.

Da er nach dieser Schlacht nicht wieder aufgetaucht ist, kann davon ausgegangen werden, dass er auch dort verstarb.

ALLER, Charles, Kompanie A, Obergefreiter, Geburtsjahr 1847 in Preußen, ehemaliger Beruf Böttcher, Eintritt am 8. Dez 1874, Bemerkungen: in Tal und Hügel Kämpfen, Todesdatum unbekannt. „Auszug aus der Liste der Personen die mit Custer gekämpft haben“

Wenn man sich die Liste der Personen der 7. US Kavallerie durchliest http://www.friendslittlebighorn.com/7thUSCavalry1876.pdf stellt man fest, dass viele der für die US-Truppen kämpfenden Soldaten Deutsche oder deutscher Abstammung waren und in der Schlacht insgesamt 126 deutsche Einwanderer fielen.

PS: General CUSTER war eigentlich nur Oberstleutnant, er starb ebenfalls während der Schlacht am 25. Juni 1876. Sein Mythos lebte allerdings weiter. Erst nach und nach kam heraus, dass der einstige Held der Amerikaner eher ein blutrünstiger Kriegshetzer war.

Tatanka Iyotanka oder Sitting Bull wie ihn die Bleichgesichter nannten, hatte zwar die Schlacht am Little Big Horn gewonnen, letztendlich aber verloren, da fortan alle Indianer in Reservaten leben mussten. Er wurde am 15. Dezember 1890 von der Reservats-Polizei, die aus Indianern bestand, erschossen. Dies führte knapp zwei Wochen später zur Schlacht am Wounded Knee.

Das ist aber die Geschichte einer anderen Familie. Vielleicht Ihrer?

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