Safty first!

Wie ja sicherlich mittlerweile bekannt ist vorgestern am 03.03.2009 um 14.00 Uhr das Historische Archiv der Stadt Köln zusammengestürzt. Ich hoffe, dass die Verletzten sich schnell erholen und die derzeit vermissten Personen noch wohlbehalten gerettet werden.

Ich selbst habe in diesem Archiv erst einmal geforscht und der Bestand ist gigantisch. Es gilt als das größte kommunale Archiv nördlich der Alpen (laut eigener Aussag). Es lagern dort ungefähr 65.000 Urkunden beginnend mit  dem Jahr Anno 922, 26 Regalkilometer Akten, Karten, Pläne und Plakate und hunderte von Nachlässen und historische Sammlungen. Und wenn man sich weiter auf der Webseite des Archivs umschaut, findet man oben rechts in der Ecke den Hinweis, dass ab März 2009 die standesamtlichen Urkunden gemäß der neuen Datenschutzfristen im Archiv zugänglich sind. Somit sind die Kölner standesamtlichen Sterberegister bis 1978, die Heiratsregister bis 1928 sowie die Geburtsregister bis 1898 als Archivbestand von diesem Unglück offensichtlich auch betroffen.

Ich hoffe ja nur, dass die Unterlagen halbwegs gerettet werden können oder dass es Kopien an einem sicherem Ort gibt. Ansonsten wäre das ein Verlust von 1000 Jahren Stadtgeschichte, Unterlagen, Bestände schier unfassbar. Aber ich vermute, dass es Kopien oder Microfilme zumindest der wichtigsten Bestände gibt, denn heutzutage weiß ja jeder, egal ob PC -Benutzer oder Archivar, dass stets etwas passieren kann und eine Sicherung wirklich notwendig ist.

Ein weiteres Beispiel für Datenverlust im großen Rahmen: Deutschland hatte im 19. Jahrhundert ja zwei Hauptauswanderungshäfen. Die nahezu kompletten Auswanderungs-Passagierlisten in sind erhalten geblieben, aber die Listen aus … Die seit dem Jahr 1851 geführten Passagierlisten wurden aufgrund Platzmangels seit dem Jahr 1875 gemäß der Bremer Behörde für das Auswanderungswesen regelmäßig vernichtet. Nur die jeweiligen letzten 3 Jahrgänge wurden aufbewahrt. 1907 hat man diese Vernichtung dann gestoppt und die Listen seit 1905 / 1908 aufbewahrt. Leider wurden diese gesammelten Werke durch einen Bombenangriff im 2.Weltkrieg vernichtet. Lediglich 3017 Passagierlisten aus den Jahren 1920 bis 1939 konnten gerettet werden. Kopien der anderen Jahre gab bzw. gibt es nicht.

Was für große gilt, gilt ebenso für Berufsgenealogen und Hobbyforscher:

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!

Also alle Originale kopieren und die Original sicher lagern (Banktresor etc.) und mit den Kopien arbeiten. Ebenso die Forschungsdaten auf dem PC kopieren und woanders lagern. Eine regelmäßige (backup) kann viel doppelte Arbeit ersparen.

Kenne ich, weiß ich…. Ja ich weiß es ist bekannt, aber auch machen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man sagt „mache ich dann morgen“, aber man macht es nicht und plötzlich PENG und dann ist das Gejammer (bei mir) immer groß. Also sich mal die 10 Minuten Zeit nehmen, externe Festplatten gibt es ja mittlerweile recht günstig und wer das „normale“ kopieren und einfügen leid ist, kann ja Sicherungsprogramme nehmen. Zum Beispiel das Freeware (kostet nix) Programm TrayBackup, welches es unter: http://www.traybackup.de/ als download gibt.

PS: Falls jemand weiß wie der Vater der Porzellankiste heißt, bitte mal melden!

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