Potz Blitz!!!

Brontophobie, Keraunophobie oder Tonitrophobie nennt man die Angst vor Gewittern.

Als ich klein war, haben mir meine Eltern immer erzählt, dass zwei Wolken zusammenstoßen und daher der Donner kommt. Die Mutter von Schatzi hat alle Stecker im Haus aus den Steckdosen gezogen…

Und unsere Vorfahren?

Quelle: www.barnowski.de

Obwohl er doch als Beschützer von Familie und Häusern galt, waren die in der griechischen Antike alle überzeugt, dass Zeus vom Olymp auf die Erde wirft.

Und hier im Norden warf Thor (auch Donar = Donner) seinen schweren steinernen Hammer und erzeugte so den Donner. Immer wenn er diesen wirft schleudern seine Augen Blitze.

Die Erklärung mit den aneinander stoßenden Wolken geht übrigens auf die griechische Philosophenschule der Stoa zurück. Ein anderer Erklärungsversuch war, dass sich Dünste in der Luft entzündeten und so zu Gewittern führten. Selbst 1805 wurde als Vorsichtsmaßnahme  noch geraten, im Sommer nicht zu sehr zu schwitzen, denn Schweiß sei brennbar.

Kam es dann dennoch zu Gewittern, schien Glockengeläut ein bewährtes Gegenmittel. Der Klang geweihter Glocken sollte die bösen Machte und das schlechte Wetter vertreiben. Manche Glocken waren angeblich sogar in der Lage, das unliebsame zum Nachbardorf zu schicken, aber das ist eine andere Geschichte…

So stieg also der Läuter oder in manchen Orten der Küster bei den ersten Anzeichen für ein Gewitter auf den Kirchturm und begann zu läuten. Wie man sich leicht vorstellen kann, war dieses „Wetterläuten“ nicht nur eine äußerst ungemütliche Arbeit, sondern mitunter lebensgefährlich.

Weshalb ich überhaupt auf das Thema gekommen bin?

Unlängst bekam ich einen Kirchenbucheintrag aus Bayern in die Hand, auf der „Wetterläuten“ als Todesursache vermerkt war. Was kurios erscheinen mag, allerdings nicht so selten war. Immerhin soll es in 33 Jahren 103 Todesopfer durch Wetterläuten gegeben haben. Bei  „nur“ 186 Blitzeinschlägen.

Im Jahr 1752 erfand Benjamin Franklin den und wies somit nach, dass ein Blitz elektrische Ladung ist. Dabei hatte er übrigens Glück, dass er bei seinen Experimenten nicht getötet wurde. Denn die Stromstärke von Blitzen beträgt bis zu 100 000 Ampere bei Spannungen von mehreren Millionen Volt. Beim Einschlag entstehen Temperaturen von bis zu 30 000 Grad.

In Hamburg war man übrigens besonders schnell mit der Anbringung des ersten Blitzableiters. Mathias Andreas Mettlerkamp stieg bereits 1769 auf den Kirchturm von St. Jacobi und brachte eben diesen dort an.

Zum Vergleich: In Bayern brauchte man bis zum Verbot des Wetterläutens 1784 durch Kurfürst Karl Theodor ein wenig länger.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen und hoffentlich regen- und gewitterfreien Tag!

PS: Wer unter  Brontophobie, Keraunophobie oder Tonitrophobie leidet, dem kann gesagt sein, dass die Wahrscheinlichkeit durch einen Blitzschlag zu sterben sehr gering ist. Um 1950 gab es jährlich etwa 100 Tote, heute sterben pro Jahr etwa 3 – 10 Leute durch einen Blitzschlag.

Ihre Andrea Bentschneider

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