Lemgo

Wenn Schatzi Lemgo hört verbindet er dies mit Handball. Wenn ich Lemgo höre verbinde ich es mit Hexenverfolgung und mit der Reformation.

So um 1800 hatte Lemgo geschätzte 3.400 Einwohner. Tja, es hätten durchaus mehr sein könne, aber bis 1681 verloren durch Hexenverfolgung  272 Frauen und Männer ihr Leben aus Lemgo ihr Leben.

Das Landesarchiv NRW gab nun in einer Pressemitteilung bekannt:

Lemgo und die Hexenverfolgung scheinen untrennbar miteinander verbunden zu sein. Die reichhaltige Überlieferung von rund 200 Prozessakten und Aktenbruchstücken im Stadtarchiv Lemgo hat schon früh die Neugierde von Geschichtsinteressierten geweckt. Ein Trend, der in Teilen noch bis heute anhält und Ausdruck der besonderen Faszination gerade dieser Quellen und der in ihnen dokumentierten Schicksale ist.

So widmete sich in der ersten Hälfte des 19. Jhds. bereits Christian Antze (1775-1845) dem Thema Hexenverfolgung. Als Sohn eines Salzufler Bürgermeisters war Antze nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Jena und Göttingen als lippischer Advokat (seit 1797) und auch als Auditor (Untersuchungsrichter) beim Detmolder Kriminalgericht tätig, bevor er 1799 zum Syndikus und Sekretär der Stadt Salzuflen gewählt wurde. Mehrfach war er Bürgermeister. In seiner Freizeit unternahm Antze intensive Archivforschungen, aus denen zahlreiche rechtsgeschichtliche und heimatkundliche Veröffentlichungen, besonders über die Geschichte der Hexenverfolgung und die lippischen Hexenprozesse hervorgingen. Im Archiv seiner Heimatstadt fand er darüber wenig, also ließ er sich aus dem Lippischen Landesarchiv und aus dem Stadtarchiv Lemgo Hexenakten zur Auswertung nach Salzuflen schicken, die er manchmal erst nach mehrfacher Mahnung zurückgab. In den Jahren 1835 – 1837 veröffentlichte er mehrere Aufsätze im „Lippischen Magazin“ über seine Forschungen.

Nach Antzes Tod gelangte sein Nachlass ins Landesarchiv und wurde dort teilweise mit den Kriminalakten vermengt. Dass sich darunter auch Hexenprozesse Lemgoer Provenienz befanden, ist schon lange bekannt. Insbesondere die ehemalige langjährige Leiterin des Lemgoer Stadtarchivs und Kennerin der Lemgoer Hexenverfolgung, Dr. Gisela Wilbertz, machte in einer  Veröffentlichung über Maria Rampendahl aus dem Jahr 2005 auf diesen Umstand aufmerksam. Im vergangenen Jahr beantragte dann der neue Lemgoer Stadtarchivar Marcel Oeben beim Landesarchiv NRW die Rückgabe der 1827 an Antze ausgeliehenen Lemgoer Archivalien. Nach eingehender Begutachtung der in Frage kommenden Fälle wurde schließlich bei 20 Akten die Provenienz „Stadtarchiv Lemgo“ festgestellt und deren Rückgabe am 25.02.2013 in Anwesenheit des Präsidenten des Landesarchiv Prof. Dr. Wilfried Reinighaus vereinbart.

Kontakt:
Stadtarchiv Lemgo
Süsterhaus
Rampendal 20a
32657 Lemgo
Tel.: 05261 / 213413
Fax: 05261 / 213161
stadtarchiv@lemgo.de

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